Psychiatrie, Normalität, psychische Krankheit und Gesellschaft


Ergänzende Informationen von sonstigen AutorInnen

»Willst du etwas wissen, so frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten.«
(Chinesisches Sprichwort)

a) BPE-Vorstandsmittteilungen

b) Weitere Informationen von Psychiatrie-Erfahrenen und Psychiatriebetroffenen

  • Bildirici, Bülent: Genormte Seele – Die psychiatrische Ideologie und die Alternativen. Buch von 2013 im epubli Verlag über die gedanklichen Modelle, die psychiatrischen Anwendungen zugrunde liegen, über die Risiken für vertrauensselige Betroffene und über alternative Deutungsmuster zu Phänomenen wie Psychose und Depression

  • Brückenschlag: Wahn – Sinn – Wirklichkeit. Heft 25/2009 mit Beiträgen von Dorothea Buck, Brigitte Richter, Christine Wiedemann, Karsten Kirschke, Marina Gerdes, Sybille Prins u.v.m.

  • Brückenschlag: Stimmen Welten. Heft 21/2005 mit Texten und Bildern zum Schwerpunktthema Stimmenhören von Olaf Armleder, Andreas Gehrke, Monika Hoffmann, Hannelore Klafki, Ronald Mundhenk, Sibylle Prins, Marius Romme u.v.m.

  • Brückenschlag: Fremde Welten. »Das Eigene ist das eigentlich Fremde – eigen ist uns wirklich das Fremde.« Mit Beiträgen von Dorothea Buck, Ilse Eichenbrenner, Gertrud auf dem Garten, Kerstin Kempker, Leo Navratil u.v.m. Band 14/1998

  • Brückenschlag: Hilflose Gewalt – Gewalttätige Psychiatrie? Mit kontroversen Beiträgen. Mit Beiträgen von Karl Beine, Dorothea Buck, Asmus Finzen, Wolfgang Heuer, Iris Jiko, Peter Lehmann u.v.m. Band 13/1997

  • Buck-Zerchin: Dorothea-Sophie: 70 Jahre Zwang in deutschen Psychiatrien – erlebt und miterlebt (Paranus Verlag September 2006). (Vergriffene) Broschüre mit 4 Artikeln der BPE-Ehrenvorsitzenden, u.a. "Verstehen statt Bekämpfen – zum religiösen Erleben in der Psychose"

  • Buck-Zerchin, Dorothea-Sophie: Das Leiden am medizinischen Krankheitsmodell der (Gemeinde)-Psychiatrie. Vortrag beim REHA-Kongress am 5. Mai 2000 in Hamburg

  • Claußen, Hans-Jürgen: Spiritualität und Psychose. Wir alle brauchen Liebe und Zuwendung, vertrauensvolle Gespräche und ein vertrauenswürdiges Umfeld. Ein Leben in einer partnerschaftlichen, familieren, therapeutischen oder spirituellen Gemeinschaft ist von zentraler Bedeutung für die Verortung im sozialen Raum. Wir brauchen Freunde und Familie statt Isolation in Einrichtungen (undatiertes Manuskript)

  • Claußen, Hans-Jürgen: Schizophrenie ist heilbar. Psychische Krankheit ist ein Mythos der die Normalität beschreibt. Manuskript vom August 2015

  • Christoph, Fritz / Horst Illiger (Hg.): Notwehr. Gegen die neue Euthanasie. Auseinandersetzung mit der aktuellen sachwertorientierten Ethik in der Medizin. Mit historischen Rückblicken von AutorInnen (u.a. Fritz Niemand, Klara Nowak), die im Rahmen vorbeugender Sozialpsychiatrie während des Faschismus zwangssterilisiert wurden. Buch von 1993 (Paranus Verlag)

  • G., Thomas: Schöne neue Diagnosewelt - die Pathologisierung und Pharmakologisierung der Gesellschaft. Unveröffentlichtes Manuskript von 2006

  • Heuer, Birgit / Renate Schön: Lebensqualität und Krankheitsverständnis. Kritische Untersuchung psychiatrischer Denk- und Handlungsweisen und Rückführung chronifizierter seelischer Probleme und mangelhafter Lebensqualität ›chronisch psychisch Kranker‹ auf unangemessenes ärztliches Handeln (Buch von 2004).

  • Irrturm: Krankheitsbilder? Menschenbilder! Band 17 (2006) der Bremer Zeitungsinitiative mit Geschichten, Gedichten und künstlerischen Darstellungen zu Fragen wie: Verstellen psychiatrische Diagnosen den Blick auf das Mensch-Sein? Wie haben Betroffene die Möglichkeit, über ihre Diagnose hinaus zu wachsen? Welches Menschenbild kann der Heilung förderlich sein? Verhindert das psychiatrische System den Blick auf Menschlichkeit?

  • Katschnig, Heinz / Michaela Amering (Hg.): Stimmenhören – Medizinische, psychologische und anthropologische Aspekte. Anthologie mit Artikeln zum Thema Stimmenhören von Michaela Amering, Stephanus Binder, Thomas Bock, Sandra Escher, Wolfgang W. Fleischhacker, Heinz Katschnig, Marius Romme u.v.m. (Vergriffenes) Buch von 2005

  • Kempker, Kerstin: Teure Verständnislosigkeit. Die Sprache der Verrücktheit und die Entgegnung der Psychiatrie. 1991 im Antipsychiatrieverlag erschienenes Buch über das Risiko der Psychiatrisierung den Verlust der gemeinsamen Sprache als Preis der Verrücktheit sowie die Preisgabe der eigenen Identität als Preis der Anpassung

  • Klafki, Hannelore: Wer Stimmen hört muss nicht krank sein. Vortrag bei "Weg mit dem Stempel psychisch krank" (Selbsthilfetag des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW), Bochum, September 2004

  • Pehe, Kalle: Wenn aus Gegnern Dämonen (gemacht) werden .... ist die Gewalt nicht mehr fern. Rezension des Buches "Die Schattenspieler" von Renate Hartwig (BPE-Rundbrief 2/2003) mit einem Seitenblick auf die Lage des BPE

  • Pro Mente Sana Aktuell: Schizophrenie und Psychose. Heft 4/2014 mit Beiträgen von Betroffenen, Angehörigen und psychiatrisch Tätigen, unter anderem von Volkmar Aderhold, Thomas Bock, Asmus Finzen, Nils Greve, Holger Hoffmann, Bettina Jahnke und Stefan Weinmann zu Recovery, Neuroleptika, Soteria Bern, Trialogseminaren, Sinn und Behandlung von Psychosen, Ex-In, Offener Dialog u.v.m. Mit einem Interview mit Irvin D. Yalom und mit Peter Lehmanns Artikel »Konsequenzen aus den Erfahrungen mit Neuroleptika«

  • Seidmann, Harald (Zürich): Schleudertest für Psychiater (individuelle Mitteilung)

  • Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V.: Presseerklärung zur Einladung des politisch obskuren Psychiaters Thomas Szasz zum "Foucault-Tribunal" vom 1. Mai 1998

  • Vogd, Werner: Das Bild der Psychiatrie in unseren Köpfen. Eine soziologische Analyse im Spannungsfeld von Professionellen, Angehörigen, Betroffenen und Laien. 2001 unter Mitwirkung von Karl-Heinz Esser erschienenes Buch

  • von Trotha, Thilo: Über die Unmöglichkeit, eine »Psychose« zu erfahren, oder, was mir nicht hilft, wenn ich verrückt werde

  • Wollschläger, Martin (Hg.): Sozialpsychiatrie. Entwicklungen – Kontroversen – Perspektiven . Buch von 2001 aus dem DGVT-Verlag mit völlig kontroversen Beiträgen von Ruth Fricke, Hannelore Klafki, Peter Lehmann, Brigitte Theisen, Wolfgang Voelzke, Thilo von Trotha sowie von Hans-Otto Böckheler, Stefan Bräunling, Luc Ciompi, Klaus Dörner, Asmus Finzen, Iris Jiko, Loren Mosher, Ursula Plog, Niels Pörksen, Marc Rufer, Martin Wollschläger, Erich Wulff u.v.m.

  • Zingler, Ursula: Referat auf dem Symposium »Vom Streit um die Ursachen seelischen Leidens zum integrativen Krankheitsverständnis« – in Bonn-Bad Godesberg am 22.11.2000

Ergänzende Informationen von sonstigen Autorinnen und Autoren

  • Améry, Jean: Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod. In dem Buch von 1993 beschreibt Améry in den Kapiteln »Vor dem Absprung«, »Wie natürlich ist der Tod?«, »Sich selbst gehören« und »Der Weg ins Freie« die Welt aus der Sicht eines Suizidanten

  • Bämayr, Argeo: Psychische Gewalt im Berufs- und Privatleben – Ursache des Anstiegs von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung aufgrund psychischer Erkrankungen. Buch von 2018 im Europäischen Universitätsverlag über demoralisierende und krank machende strukturelle und personalisierte psychische Gewalt, ihre Formen, ihre Verschleierung in medizinischer Diagnostik und notwendige Veränderungen im Diagnosenkatalog ICD-10

  • Bateson, Gregory / Don D. Jackson / Jay Haley / Ronald D. Laing u.a.: Schizophrenie und Familie. Über Double-Bind-Situationen (Beziehungsfallen), Pseudo-Gemeinschaften, Sündenböcke und Mystifizierungsprozesse, ›Schizophrenie‹-Theorien, Kritik der Erblichkeitsliteratur. Buch im Suhrkamp Verlag

  • Bateson, Gregory / Jürgen Ruesch: Kommunikation. Die soziale Matrix der Psychiatrie. 1995 im Auer Verlag erschienenes Buch zum Zusammenhang zwischen Kommunikation und sinnvoller therapeutischer Behandlung

  • Binswanger, Ludwig / Michel Foucault: Traum und Existenz. Zu Binswangers Text ein ausführliches Vorwort Foucaults, in dem er über den Wirklichkeitscharakter des Traums reflektiert und ihn zum Wahnsinn in Beziehung setzt. Buch von 1992

  • Blech, Jörg: Die Psychofalle – Wie die Seelenindustrie uns zu Patienten macht. Buch von 2014 (im Fischer Taschenbuchverlag) über die Psychiatrisierung des Alltags

  • Bock, Thomas / Andreas Heinz: Psychosen – Ringen um Selbstverständlichkeit. Buch über ein erneuertes professionelles Psychosenverständnis. ausgehend auf Ressourcenfokussierung und einem philosophisch informierten Krankheitsbegriff (Psychiatrieverlag 2016)

  • Bock, Thomas / Kristin Klapheck / Friederike Ruppelt: Sinnsuche und Genesung – Erfahrungen und Forschungen zum subjektiven Sinn von Psychosen. Buch über den Sinn von Psychosen und deren Bedeutung für die Entwicklung neuer Behandlungswege – unter Einbeziehung von Erfahrungsberichten trialogorientierter Betroffener und Angehöriger, die von Psychologen ausgewertet und interpretiert werden (Psychiatrieverlag 2014)

  • Bröckling, Ulrich / Susane Krasmann / Thomas Lemke (Hg.): Glossar der Gegenwart. Komprimierte Erörterung diskussionsbestimmender Leitbegriffe wie Empowerment, Normalität, Partizipation, Risiko, Selbstverantwortung und vieles mehr – Begriffe, die auch in der aktuellen Psychiatriediskussion eine zentrale Rolle spielen (Suhrkamp-Buch von 2004)

  • Brückner, Peter: Sozialpsychologie des Kapitalismus. Analysen gewaltförmiger Beziehungen innerhalb der bürgerlichen Familie. 2005 neu aufgelegtes Buch im Psychosozial-Verlag (original 1974)

  • Canetti, Elias: Masse und Macht. Über Massen, Meuten, Symbole und Eingeweide der Macht, Paranoia: »Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes.« (original 1960). Taschenbuch von 2000

  • Castel, Françoise / Robert Castel / Anne Lovell: Psychiatrisierung des Alltags. Produktion und Vermarktung der Psychowaren in den USA. Suhrkamp Verlag. (Vergriffenes) Buch von 1982

  • Cooper, David: Der Tod der Familie. Plädoyer für eine radikale Verändern. Über verrücktmachende Familienstrukturen. Vergriffenes Rowohlt-Taschenbuch

  • Dahlke, Rüdiger: Lebenskrisen als Entwicklungschancen. Zeiten des Umbruchs und ihre Krankheitsbilder. Buch über Rituale, mit denen man aus Krankheiten, spirituellen Krisen und Depressionen herauswachsen kann (1995)

  • Decher, Friedhelm: Verzweiflung. Anatomie eines Affekts. 2002 im zu Klampen Verlag erschienenes Buch

  • Deleuze, Gilles: Schizophrenie und Gesellschaft. Texte und Gespräche 1975-1995. Aufsätze, Interviews und Beiträge zur Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts, zum zeitgenössischen Kino, zur Filmtheorie, zur Psychoanalyse und zur Literatur (Buch von 2005)

  • Deleuze, Gilles / Félix Guattari: Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie. Untersuchung der befreienden Kräfte der ›Schizophrenie‹, die über das Postulat der personalen Identität und der Integrität des Ich hinausgeht: der ödipale Familialismus mache es unmöglich, die schizogene gesellschaftliche Produktion aufzudecken (original 1972). Taschenbuch von 1977

  • Dethlefsen, Thorwald / Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg – Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder.Buch für Menschen, die rein psychologische Erklärungen von Krankheiten aller Art mögen, um über den Sinn von physischen und psychischen Symptomen zu einem Verständnis deren zugrundeliegender Ursachen – aus dem Gleichgewicht gekommener innerseelischer Kräfte – zu kommen. Anstelle reiner Symptomunterdrückung gelte es, mit einem veränderten Krankheitsverständnis und einer veränderten Sichtweise (»Erkenne dich selbst!«) dahin zu kommen, dass Symptome überflüsssig werden (Buch von 1983)

  • Duerr, Hans Peter (Hg.): Der Wissenschaftler und das Irrationale Beiträge aus Philosophie, Ethno-, Psycho- und Anthropologie (Europäische Verlagsanstalt 1985)

  • Eckoldt, Matthias: Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist. Woher wir wissen, wie wir fühlen und denken. Leicht verständliche Darstellung der Vorstellungen über die Funktionsweise des menschlichen Denkorgans von der Zeit der alten Griechen bis heute – unter Einbeziehung der jeweils aktuellen technischen Errungenschaften und deren Widerspiegelung in Philosophie und Medizin und unter Zurückweisung des aktuellen Anspruchs auf neuromythologische Deutungshoheit. Buch von 2016 im Pantheon Verlag

  • Ehrenberg, Alain: Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart (Buch von 2004)

  • Eink, Michael (Hg.): Gewalttätige Psychiatrie. Ein Streitbuch. (Selbst-)kritische Texte von 1997 zur psychiatrischen Gewalt: der institutionellen, der handgreiflich direkten (Zwangseinweisung, -behandlung, Fixierung) und – besonders spannend – der unsichtbaren (unter anderem »Der Zwang, ein anderer sein zu müssen«)

  • Endraß, Elke / Siegfried Kratzer: Wenn Glaube krank macht – Wege aus der Krise. (Vergriffenes) Buch von 2005

  • Feyerabend, Erika: Im Zentrum der Mensch? Kritischer Beitrag zur Auszeichnung des Schweizer Journalisten Erwin Koch für seinen unkritischen Artikel zur Euthanasie an schwerstkranken Neugeborenen (aus: "Behindertenpolitischer Newsletter Nr. 26", Beilage zu BioSkop-Zeitschrift Nr. 36 [2006])

  • Fichte, Hubert / Leonore Mau: Psyche. Annäherung an die Geisteskranken in Afrika. Buch von 2005 im S. Fischer Verlag

  • Foucault, Michel: Die Macht der Psychiatrie. Buch von 2005 im Suhrkamp Verlag

  • Foucault, Michel: Das Leben der infamen Menschen.  Über Familienzwist, unliebsame Mitmenschen und deren Abschiebung (Merve Verlag 2001)

  • Foucault, Michel: Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France (1974-1975). Buch im Suhrkamp Verlag

  • Foucault, Michel: Mikrophysik der Macht. Über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin. Interviews mit Foucault über den Unterdrückungscharakter der im Titel genannten Institutionen. Auseinandersetzung mit den Theorien von Thomas Szasz. Buch im Merve Verlag

  • Foucault, Michel: Psychologie und Geisteskrankheit. Früheste Schrift Foucaults. Kritik der Grundlagen der Psychopathologie. Buch im Suhrkamp Verlag

  • Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Sein erstes großes Werk, in dem er nachweist, dass das psychiatrische Verständnis von ›Geisteskrankheit‹ das vielschichtige Problem des Wahnsinns reduziert und missversteht. Buch im Suhrkamp Verlag

  • Frances, Allen: Normal – Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen. Buch von 2013 zur überhandnehmenden Pathologisierung allgemein-menschlicher Verhaltensweisen und die dahintersteckenden Interessen – geschrieben von einem Insider, der als Koautor an der Entwicklung der psychiatrischen Diagnosefibeln ›DSM 3‹ und ›DSM 4‹ maßgeblich beteiligt war

  • Fromm, Erich: Die Pathologie der Normalität. Zur Wissenschaft vom Menschen. »Die Kranken, das sind die Gesunden. Und die Gesunden, das sind in Wirklichkeit die Kranken.« Buch von 1952 im Ullstein Verlag

  • Giger-Bütler, Josef: »Sie haben es doch gut gemeint« – Depression und Familie. Wie aus normalen Lebensverhältnissen und all den Zwängen und Rücksichtslosigkeiten, die mit diesen verbunden ist, depressive Reaktionsmuster und schließlich manifeste Depressionen entstehen, die immerhin die Chance bieten, Wege aus der ständigen Überforderung zu finden, sofern man es nicht dabei belässt, mit Antidepressiva bloße Symptomunterdrückung zu betreiben und damit die innere Dynamik der Depression zu verschleiern oder gar den Boden für paradoxe Reaktionen, zum Beispiel Manien, zu bereiten  (Beltz Verlag 2003)

  • Goffman, Erving: Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen. Über Diskriminierungsformen und Strategien der Diskriminierten, Anerkennung und Sympathie zu gewinnen. Buch im Suhrkamp Verlag

  • Goffman, Erving: Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. Klassiker der Psychiatriekritik. Die deformierenden Merkmale totaler Institutionen. Über die Möglichkeit, in der Anstalt zu überleben. Buch im Suhrkamp Verlag

  • Grashoff, Udo: "In einem Anfall von Depression ..." Selbsttötungen in der DDR (Buch von 2006)

  • Gruen, Arno: Verratene Liebe – Falsche Götter. Plädoyer gegen die Unterwerfung unter Autoritäten und für eine friedensfähige Zukunft in einer von Hass und Terror bedrohten Welt (Buch von 2006 )

  • Gruen, Arno: Der Fremde in uns. 2002 erschienenes Buch zu Gruens Ziel, die zerstörerischen Anteile in uns, die das Eigene zum Fremden machen, als eigentliche Krankheit offen zu legen

  • Gruen, Arno: Der Verrat am Selbst. Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau. Vorwort von Gaetano Benedetti. Über Autonomie als volle Übereinstimmung mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Taschenbuch von 1986 bei dtv

  • Gruen, Arno: Der Wahnsinn der Normalität. Realismus als Krankheit: eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität. Taschenbuch von 1989 (bei dtv) über Die Reaktion des Psychologen Gruen auf seine »beruflichen Erlebnisse mit dem Wahnsinn der Realität, der im Namen der Liebe Tod und Zerstörung bringt.«

  • Haley, Jan: Die Jesus-Strategie. Die Macht der Ohnmächtigen. »Wie stellt man es an, eine schreckliche Ehe zu führen? Wie schafft man es, schizophren zu werden? Wie wird man eine therapeutische Null?« (Buch von 2002 im Auer Verlag)

  • Hartwig, Renate: Die Schattenspieler. Über dubiose Sektenbeauftragte und deren Helfer, deren Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz, die Diffamierung missliebiger Personen als »scientologynah« und das vielsagende Ausbleiben jedweder Konsequenz ihres Wirkens in Richtung rechtsstaatlicher Klärung des Status von Scientology (Direct Verlag 2002)

  • Hasler, Felix: Neuromythologie – Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung. Buch von 2012 (im transcript Verlag) über die Diskrepanz zwischen dem gegenwärtigen Welterklärungsanspruch der Neurowissenschaften und den real vorliegenden empirischen Daten, über die Arroganz von Neurowissenschaftlern und aggressive Verkaufsstrategien von Psychopharmaka-Herstellerfimen

  • Heinz, Rudolf / Dietmar Kamper / Ulrich Sonnemann: Wahnwelten im Zusammenstoß. Die Psychose als Spiegel der Zeit. Sammlung teilweise hochintellektueller Vorträge von Guattari, Macho, Stingelin u.a. im Literarischen Colloquium 1991 in Berlin. (Vergriffenes) Buch von 1993 aus dem Akademie-Verlag Berlin

  • Hesse, Jürgen / Hans Christian Schrader: Die Neurosen der Chefs und wie Sie mit ihnen fertig werden. Die seelischen Kosten der Karriere. Macht macht krank. Buch über das Leid der Leitenden und das Leiden, das sie verursachen ((Vergriffenes) Buch im Eichborn Verlag

  • Hillman, James: Vom Sinn des langen Lebens. Wir werden, was wir sind. Über den Prozess des Älterwerdens: kein Abwärts, sondern ein leidenschaftlich-neugieriges Heranreifen zu dem, was den Kern unseres Wesens ausmacht: eine unverwechselbare, markante und einzigartige Persönlichkeit. (Vergriffenes) Buch von 2004

  • Vom Himbeersaft – Keine Ode an den Sozialpsychiater Erich Wulff, in: banal Anarchistisches Magazin (Zürich), Nr. 4 / August 1988

  • Huxley, Aldous: Wiedersehen mit der Schönen neuen Welt. Original 1932. Psychoanalytisch genormt stellen sich die Menschen mit dem Tranquilizer ›Soma‹ ruhig, Individualismus gilt als asozial. Doch der Außenseiter, der »Wilde«, fordert: »Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!« Taschenbuch von 1998

  • Illich, Ivan: Die Nemesis der Medizin. Die Kritik der Medizinalisierung des Lebens. Neu aufgelegter und ergänzter Klassiker der Kritik an der ärztlichen Überheblichkeit. Buch im C.H. Beck Verlag

  • Jurk, Charlotte: Der niedergeschlagene Mensch. Depression – Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung einer Diagnose. Buch über die Uminterpretation des Leidens an der Gesellschaft zum individuellen Versagen

  • Kampmann, Heinz / Jeanette Wenzel: Psychiatrische und antipsychiatrische Vorstellungen von Hilfe im Wandel der Zeit. Auseinandersetzung wesentlicher (anti-)psychiatrischer Ansätze (von Reil, Heinroth, Horn, Griesinger über Kraepelin bis hin zu Cooper, Laing und Basaglia) vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung (Vergriffenes Buch von 2004)

  • Laing, Ronald D.: Phänomenologie der Erfahrung. Über Formen und Mystifikationen menschlichen Verhaltens. Taschenbuch von 1975 (Suhrkamp Verlag)

  • Lavant, Christine: Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus. 1946 verfasste Beschreibung der verstörenden Wahrnehmungen einer Frau, die sich nach einem Selbstmordversuch freiwillig in ein Irrenhaus einliefern lässt und sich einer zweifelhaften Arsen-"Kur" unterziehen läßt. 3 Hör-CDs, erschienen 2003 im Freiburger Audiobuch Verlag

  • Lorenz, Maren: Kriminelle Körper – Gestörte Gemüter. Die Normierung des Individuums in Gerichtsmedizin und Psychiatrie der Aufklärung. Über die ins gerichtsmedizinische Visier geratene Verletzer körperbezogener Gesellschaftsnormen: gehörnte impotente Ehemänner, unfruchtbare Ehefrauen, missbrauchte Kinder, unehelich Schwangere, Sodomiten, gescheiterte Selbstmörder, ›hysterische‹ Brandstifterinnen, ›wahnsinnige‹ Mörder u.v.m. Buch von 1999

  • Milgram, Stanley: Das Milgram-Experiment. Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autorität. Testreihe über die Bereitschaft von Durchschnittsbürgern, sich von pseudo-wissenschaftlichen Autoritäten zum Quälen Wehrloser und Unbekannter anleiten zu lassen. Taschenbuch von 1992 im Rowohlt Verlag

  • Milzner, Georg: Jenseits des Wahnsinns – Psychose als Ausnahmezustand: Perspektiven für eine andere Psychiatrie. Plädoyer für ein anderes – auf eigenen Erfahrungen mit außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen basierendes – Psychoseverständnis (Buch von 2010 im Verlag Königshausen & Neumann)

  • Parlow, Georg: Zart besaitet – Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen. Buch von 2003 über alle Arten von hoher Sensibilität, außersinnlicher Wahrnehmung, Intuition u.v.m. – für alle, die wegen einer starken Sensibilität mit der normalen Welt schlecht zurecht kommen. Wie kann man sich als Hochsensibler in der normalen Welt wohlfühlen und geeignete Wege gehen, ohne sich schlecht zu fühlen?

  • Regener, Susanne: Visuelle Gewalt – Menschenbilder aus der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts. Buch von 2010 ( transcript Verlag) über psychiatrische Fotografien als normierende Körperpolitik, um Fremdes definieren zu wollen, und als Ordnungsverfahren, das im Namen von wissenschaftlicher Vernunft auf Körper und Seelen zielte, Menschen typisiert und ausgrenzt.

  • Reich, Wilhelm: Rede an den kleinen Mann. Politische Abrechnung mit dem autoritätsgläubigen Menschen, der »seine Feinde verehret und seine Freunde mordet«. Taschenbuch von 1984

  • Rohrmann, Eckhard: Mythen und Realitäten des Anders-Seins – Gesellschaftliche Konstruktionen seit der frühen Neuzeit. Buch von 2007 (im VS Verlag für Sozialwissenschaften), das sich soziologisch mit der sozialen Konstruktion von Behinderung und psychischer Krankheit auseinandersetzt – vom Hexenmythos über die thomistische Dämonologie als Leitparadigma bis hin zum kartesianischen Mechanismus heute

  • Rufer, Marc: Irrsinn Psychiatrie. Buch eines Schweizer Arztes und Therapeut von 1997 (im Zytglogge Verlag) über Behandlungsschäden durch Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium, Tranquilizer und Elektroschocks sowie die Fragwürdigkeit des Begriffs der ›psychischen Krankheit‹. Buch von 1997

  • »'Schizophrenie' ist ein magisches Wort mit unheilvoller Wirkung«. Dr.med. Marc Rufer, Vorstandsmitglied des Vereins PSYCHEX, im Interview mit der Schweizer WOZ (Wochenzeitung) vom 14. September 2017, Teil 1 & Teil 2

  • Schernus, Renate: Die Kunst des Indirekten. Plädoyer gegen den Machbarkeitswahn in Psychiatrie und Gesellschaft. Buch einer Betheler Psychotherapeutin aus dem Jahre 2000, in dem sie ihre Stimme gegen den aufkommenden Machbarkeitswahn in Psychiatrie und Gesellschaft erhebt. (Vergriffenes) Buch aus dem Paranus Verlag

  • Schöne-Seifert, Bettina u.a. (Hg.).: Neuro-Enhancement – Ethik vor neuen Herausforderungen. Ärztliche und philosophische Betrachtungen über den Einsatz diverser psychiatrischer Psychopharmaka als Lifestylemedikamente bei Normalen zur (vermeintlichen) Steigerung ("Enhancement") des Lebensniveaus. Buch von 2009

  • Schöne-Seifert, Bettina / Davinia Talbot (Hg.): Neuro-Enhancement – Die ethische Debatte. Antworten aller Coleur auf Fragen nach den individuellen und gesellschaftlichen Folgen von Enhancement-Praktiken (biomedizinische incl. psychopharmakologische) Techniken zur "Verbesserung" als gesund geltender Menschen). 2009 erschienener Sammelband mit grundlegenden klassischen Texten zur Debatte. Mit dem Aufsatz "Das Gewachsene und das Gemachte" von Jürgen Habermas, der normative Bewertungen (und Gutheißungen) insbesondere genetischer Manipulationen ausschließt, solange man die Perspektive der betroffenen Person nicht einnehmen könne

  • Schrep, Bruno: Jenseits der Norm – Reportagen über Grenzgänger und Außenseiter. Kurze, eindringliche und angenehm sachliche Porträts: Gestrandete Seeleute, unkorrekte Lehrerinnen, stehlende Kinder, gemobbte Homosexuelle, arbeitslose Manager und Prostituierte, die sich auf die Wünsche Behinderter spezialisieren. Buch von 2004 im Hirzel Verlag

  • Siemen, Hans L.: Das Grauen ist vorprogrammiert. Psychiatrie zwischen Faschismus und Atomkrieg. Durch präzise Quellen gestützte Abrechnung mit der Psychiatrie als ideologischer und praktischer Wegbereiterin von Massenmord während des Faschismus sowie von moderner Wehrertüchtigung (Eliminierung von ›Panikpersonen‹). Buch von 1982 im Mabuse Verlag

  • Szasz, Thomas S.: Geisteskrankheit – ein moderner Mythos. Grundlagen einer Theorie des persönlichen Verhaltens. Grundsatzkritik an der moralischen und wissenschaftlichen Grundlage der Psychiatrie (Neuausgabe 2013 im Psychosozial Verlag)

  • Thesing, Peet: Feministische Psychiatriekritik. Buch von 2017 (im Unrast-Verlag) über den patriarchalischen und an einer normativen Hererosexualität orientierten Krankheitsbegriff, verfasst aus der Position der akademischen Antipsychiatrie

  • Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren – Ein Lesebuch. Textauswahl zum Thema Kommunikation mit Abschnitten aus "Menschliche Kommunikation", "Lösungen", "Die Möglichkeit des Andersseins" und "Münchhausens Zopf" und einem Gespräch zwischen Bernhard Pörcksen und Paul Watzlawick über die Axiome der Kommunikation, den heimlichen Realismus einer psychiatrischen Diagnose und das konstruktivistische Lebensgefühl (Buch von 2011)

  • Watzlawick, Paul (Hg.): Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben. Beiträge zum Konstruktivismus. Mit dem Artikel über das Rosenhan-Experiment: »Gesund in kranker Umgebung«. Buch von 1999 im Piper Verlag

  • Watzlawick, Paul / Franz Kreuzer: Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit. Ein Gespräch über den Konstruktivismus. Einführung in Watzlawicks Wirklichkeitsforschung. Über selbsterfüllende Prophezeiungen u.v.m. Buch von 1988 im Piper Verlag

  • Watzlawick, Paul / Janet Beavin / Don D. Jackson: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Erstmals 1969 erschienenes Buch über Kommunikation und Nicht-Kommunikation im Hogrefe Verlag

  • Watzlawick, Paul: Anleitung zum Unglücklichsein. Taschenbuch, Neuausgabe 1994 im Piper Verlag

  • Watzlawick, Paul: Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns. Text zur Frage nach den Wirklichkeiten und den Sinnzuweisungen der Wahrnehmung. Knapper, allgemeinverständlicher Abriss der Systemtheorie und des Radikalen Konstruktivismus. Taschenbuch von 1999 im Piper Verlag

  • Watzlawick, Paul: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn – Täuschung – Verstehen. Über die sogenannte Wirklichkeit als Ergebnis von Kommunikation. Buch von 1978 im Piper Verlag

  • Widerspruch: Marktregime und Subjekt im Neoliberalismus. Heft 46 (I/2004) mit Marc Rufers Text "Ordnungsmacht Psychiatrie" über das groteske Verhalten biologistischer PsychiaterInnen, die menschliche Emotionalität als bloße Symptomtik neurologischer Hirnprozesse begreifen wollen

  • Willms, Gerald: Scientology – Kulturbeobachtungen jenseits der Devianz. Soziologische Studie über "Scientology" als kulturelles Phänomen der gegenwärtigen Gesellschaft. Buch von 2005 im transcript Verlag

  • Zehentbauer, Josef: Abenteuer Seele – Psychische Krisen als Chance nutzen. Plädoyer für eine kreative Neugestaltung des Lebens nach Melancholien, Angstzuständen und Depressionen. Mit einem Überblick über die wichtigsten therapeutischen Methoden. Buch von 2000 bei Peter Lehmann Publishingi

  • Zehentbauer, Josef: Melancholie. Die traurige Leichtigkeit des Seins. Buch von 2000 (bei Peter Lehmann Publishing) über die Melancholie als Charaktereigenschaft, voll von Tiefgang, Kreativität und Leidenschaft, die nicht bekämpft, sondern akzeptiert werden sollte, damit gäbe es – so der Autor – weniger Gewalt, weniger Elend, mehr Gleichklang mit dem natürlichen Rhythmus unserer Erde, mehr profundes Wissen und mehr Liebe