Sechs Forderungen zur stationären Psychiatrie

Auf dem von der Bundesdirektorenkonferenz der Anstaltsleiter am 7. Juni 1995 in Bielefeld veranstalteten Symposium trugen wir folgende Forderungen/Wünsche zur Veränderung des Stationsalltags in der bundesdeutschen Psychiatrie vor:

  • Patiententelefone in einer Kabine auf jeder Station

  • Münzkopierer deutlich sichtbar im Eingangsbereich jeder Anstalt

  • Auf jeder Station deutlich sichtbar ein Anschlag, dass auf Wunsch Briefpapier, Briefumschläge und Briefmarken zur Verfügung gestellt werden

  • Aufhängen des BPE-Flugblatts auf jeder Station

  • Anbieten eines täglichen Spaziergangs unter freiem Himmel von mindestens 1 Std. Dauer

  • Einrichten einer Teeküche auf jeder Station, dass man sich rund um die Uhr zu essen und zu trinken machen kann

Wir erwarteten die Umsetzung dieser Wünsche (Forderungen) innerhalb eines Jahres. Passiert ist bislang (Januar 1999 / Februar 2000) nichts. Uns ist bewusst, dass es sich um Kleinigkeiten handelt, doch irgendwo muss ein Anfang gemacht werden. Für uns ist der Umgang mit diesen Wünschen ein Gradmesser für die Ernsthaftigkeit des Umgangs der Professionellen mit den Psychiatrie-Erfahrenen.

Wir möchten alle Psychiatrie-Erfahrenen bitten, vor Ort in den einzelnen Psychiatrien diese Forderungen vorzutragen und uns mitzuteilen, wie die Reaktion der Professionellen darauf ausfällt.

Freundliche Grüße
Der Geschäftsführende Vorstand