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Und das ist mein Vorschlag: Ein Antrag des BPE für
eine Anhörung an einem »Tag der Psychiatrie«
beim Bundespräsidenten.
Ich stelle mir zwei parallel laufende Arbeitsgruppen A
Akutpsychiatrie und B Langzeitpsychiatrie
und Heime vor. Das Thema der Gruppe A wäre die
Einführung einer auf den Erfahrungen und Bedürfnissen
der Patienten gründende Behandlung. Das Thema der Gruppe
B wäre die Entlassung von LangzeitpatientInnen in betreute
Wohnungen mit Arbeitsmöglichkeiten.
In diesen beiden Gruppen würden Fachleute und Psychiatrieerfahrene
solchen Psychiatern und Fachleuten, die nach hilfreicheren
Wegen suchen, als es die medikamentöse Symptomverdrängung
sein kann, berichten, wie sie es gemacht haben. Zum Beispiel
die Einbeziehung von Soteria-Elementen in drei Akutstationen
in Gütersloh von 1992 1999 ohne Mehrkosten und
einem Rückgang von Zwangsmaßnahmen um 90% gegenüber
anderen Akutstationen. Hier wären die Oberärzte
Theiß Urbahn und Dr. Iris Jiko die Referenten, die
ihr erfolgreiches Modell schon einmal bei uns in Kassel
vorstellten, bevor es 1999 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe
beendet wurde.
Das Berliner Weglaufhaus, die Offene Herberge
im Raum Stuttgart und »Für alle Fälle«
in Berlin würden sich ebenso vorstellen wie die
Soteria Zwiefalten und die »Bedürfnisangepasste
Behandlung« von Prof. Alanen.
Gleichzeitig würde in der Gruppe B Langzeitpsychiatrie
und Heime die Entlassung von 435 Langzeitpatienten
in betreute Wohnungen mit Arbeitsmöglichkeiten in Gütersloh
Thema sein.
Für die Heime wären außer den Berichten
unserer heimerfahrenen BPE-Mitglieder die Erfahrungen solcher
Heimleitungen wichtig, die ihr Heim als Übergang zur
Befähigung zum selbstbestimmten Leben in zuerst betreuten
Wohnungen mit Arbeitsmöglichkeiten verstehen.
Wenn dieser »Tag der Psychiatrie« etwa von 10
17 Uhr der heutigen Akut- und Langzeitpsychiatrie
und den Heimen gilt, sollte von 18 20 Uhr das dringend
notwendige kleine Dokumentationszentrum in der Berliner
Tiergartenstraße 4 neben der Bronzeplatte als Mahnmal
für die nach Schätzung des Internationalen Militärgerichtshofs
in Nürnberg »mindestens 275.000 Euthanasie-Opfer«
gemeinsam beraten werden.
Als wir am 31. August 2000 im Berliner Abgeordnetenhaus
die damals noch nicht von der Regierung gestrichene Gedenkstätte
neben der Bronzeplatte mit der damaligen Bundesgesundheitsministerin
Andrea Fischer und SPD-Vertretern berieten, hatte Dr. Norbert
Kampe die Idee des halbunterirdischen Dokumentationszentrums,
um den Blick auf die benachbarte Philharmonie nicht zu beeinträchtigen.
Seine Anwesenheit und die eines Architekten der Berliner
Baubehörde wären am Abend diese »Tages der
Psychiatrie« notwendig.
Es geht mir bei der vorgeschlagenen Aktion nicht um die
freiwillige Einnahme von Medikamenten, die viele von Euch
als Hilfe akzeptieren, sondern um die unter Zwang und angedrohten
Spritzen erzwungene sog. freiwillige Medikamenteneinnahme.
Es geht um das Selbstbestimmungsrecht, die Würde der
Person, um den Schutz der körperlichen Unversehrtheit.
Der Eppendorfer fragt:
»Ist die schwere Durchsetzbarkeit eines bedürfnisangepassten
Herangehens in Deutschland die Folge des Pharmasponsorings,
wie Dr. Volkmar Aderhold vom UKE in Hamburg in der Forumsabschlussdiskussion
mutmaßte? "Wir sind noch nicht so verkommen wie
die amerikanische Psychiatrie, aber auf dem Weg dahin."«
Ich wünsche Euch allen eine friedliche Jahrestagung.
Eure Dorothea Buck
Dorothea Buck
Brummerskamp 4
22457 Hamburg
Tel. 040 / 550 74 40
Fax 040 / 550 74 00
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