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Rundbrief

Ausgabe 4/2005

Protokoll der Mitgliederversammlung
des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V.

am 10.09.05 in der DJH-Kassel

Die Mitglieder erhielten beim Betreten des Versammlungsraumes folgende Unterlagen ausgehändigt:
a) Vorläufige Tagesordnung
b) Tätigkeitsbericht des Vorstandes 2005
c) Bericht der Psychopharmaka-Beratung
d) Kassenbericht
e) Haushaltsplan 2006
f) Anträge an die MV
g) Stimmzettel

Folgende Tagesordnungspunkte waren vorgesehen:

  1. Begrüßung
  2. Wahl der Versammlungsleitung und der Protokollanten
  3. Regularien
  4. Bericht des Vorstandes
  5. Bericht der Psychopharmakaberatung
  6. Kassenbericht
  7. Bericht der Kassenprüfer
  8. Aussprache zu den Berichten
  9. Beschlussfassung über den Haushaltsplan 2006
  10. Entlastung des Vorstandes
  11. Antragsberatung

12. Künftige Arbeitsschwerpunkte
13 .Verschiedenes

Zu Top 1:
Dagmar Barteld-Paczkowski begrüßte die Anwesenden im Namen des Vorstandes und eröffnete um 17.20 Uhr die Mitgliederversammlung.
Schweigend wurde der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder des BPE e.V. gedacht.
Elke Bücher verlas das Grußwort von Dorothea Buck an die MV.

Zu Top 2:
Dagmar Barteld-Paczkowski und Ruth Fricke wurden als Versammlungsleiter vorgeschlagen, Regina Neubauer und Reinhild Böhme als Protokollanten. Versammlungsleiter und Protokollanten wurden pauschal mehrheitlich ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung gewählt.

Zu Top 3:
Der 2. Teil des Antrags von Vicky Pullen, die Redezeit auf der MV soll max. zwei Minuten betragen und pro Top darf jeder nur einmal sprechen, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der 1. Teil ihres Antrages, die MV solle längstens bis 24 Uhr dauern, wurde mit Mehrheit bei 2 Gegenstimmen und 6 Enthaltungen angenommen.

Auf Antrag von Peter Lehmann wurde über die Annahme der Deklaration von Vejle abgestimmt. Die Deklaration wurde mehrheitlich bei 1 Gegenstimme und 4 Enthaltungen angenommen. Matthias Seibt wies darauf hin, dass nicht nur der Erklärung formal zuzustimmen sei, sondern man müsse sie auch selbst leben.

Dagmar Barteld-Paczkowski stellte den Antrag, den Top 10 um den Top 10a mit der Nachwahl zweier Mitglieder in den geschäftsführenden Vorstand zu ergänzen, da zwei bisherige Vorstandsmitglieder Norbert Südland und Hannelore Klafki ihren Rücktritt von dem Amt erklärt hätten. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme bei 3 Enthaltungen angenommen.

Der Antrag von Kalle Pehe, das Grußwort von Dorothea Buck unter Top 12 zu diskutieren, wurde mit großer Mehrheit bei 10 Gegenstimmen angenommen.
Die Tagesordnung in geänderter Form wurde mit überwiegender Mehrheit der Mitglieder angenommen.

Zu Top 4:
Der Tätigkeitsbericht des geschäftsführenden Vorstandes mit Datum vom Juli 2005 lag den Teilnehmern in der MV schriftlich vor und war vorab bereits im Rundbrief 3/2005 allen Vereinsmitgliedern zugesandt worden.

Ruth Fricke teilte in Ergänzung noch mit:

  • Auf den im Rundbrief 3/2005 (Seite 6-7) abgedruckten Brief an die im Bundestag vertretenen Parteien hätten PDS, FDP, die Grünen und die CDU durchweg positiv reagiert, allerdings mit unterschiedlicher Haltung zur Annulierung des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" vom 14.07.1933. Der MDR will eine Sendung zur Gesetzeslage vorbereiten und sucht dafür noch Zeitzeugen.
  • Der Aufruf zum Kultur-Netzwerk war erfolgreich. Es haben sich viele Interessenten dafür gemeldet.
  • Das Equal-Projekt wurde für drei Jahre bewilligt. Es geht dabei um begleitende Arbeit für Menschen mit psychischen Behinderungen.
  • Es soll ein Förderverein für den BPE gegründet werden, damit Projekte unterstützt werden können, die außerhalb des BPE-Etats liegen. Zur Gründungsversammlung am 11.09.05 14.30 Uhr müssten mindestens 7 Leute anwesend sein.
  • Sie bat um rege Mithilfe bei der Bewertung von psychiatrischen Kliniken und rief zum Ausfüllen des Fragebogens Seite 31/32 des Rundbriefes 3/2005 auf. Dabei müsse der Name des Bewertenden nicht genannt werden. Man könne den Fragebogen auch in einem Briefumschlag ohne Absender an die entsprechenden Anschriften senden.

Peter Lehmann und Kalle Pehe forderten vom Vorstand eine eigene Sprachkultur zum Thema der "Menschen mit Diagnosen" zu entwickeln und die Aufgabenbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder auf der Web-Seite des BPE entsprechend zu formulieren. Matthias Seibt unterstützte den Vorschlag. Vom Vorstand wurde versprochen, die Angaben auf der WebSeite zu überdenken.

Zu Top 5:
Ein schriftlicher Bericht über die Psychopharmaberatung lag der MV vor. Matthias Seibt fasste die Hauptpunkte seiner Arbeit nochmals mündlich zusammen:

  • er mache im 6. Jahr Psychopharmakaberatung, telefonisch Mo - Do 11-17.00 Uhr,
  • er nähme an Veranstaltungen teil, biete Seminare und Vorträge zu den Themen "Psychopharmaka" und "Verrücktheiten steuern" für die BPE-Selbsthilfegruppen an. Interessierte könnten sich an ihn wenden, aber auch die Räume vor Ort besorgen und zumindest seine Fahrtkosten erstatten (Bahncard 50%)
  • Er unterstütze Tanja Afflerbach in ihrem Prozess. Das Prozessflugblatt solle unter der Bevölkerung verteilt werden. Sie suchten noch einen Neurologen, der kooperativ ist.
  • Seit dem 01.04.05 berate er auch zur Psychiatrie und Psychotherapie allgemein und die Organisation der Hilfe zur Selbsthilfe.

Es kämen bei ihm sehr viele Anfragen zu Zwangsbehandlung und Betreuung an. Dafür sei daher eine eigene Fachkraft nötig.

Zu Top 6:
Elke Bücher erläuterte den 3-seitigen vorliegenden Kassenbericht mit vielen relevanten Einzelheiten.

Um 18.40 Uhr wurde die MV für eine Stunde zum Abendessen unterbrochen.

Um 19.45 Uhr teilte Annette Lorenz aus Berlin mit, dass die vermisste Hannelore Klafki (Vorstandsmitglied) tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Nach Aussage des Amtsarztes soll sie einen natürlichen Todes gestorben sein. Genaueres wisse man noch nicht.
Schweigend werden Gedenkminuten eingehalten.
Ruth Fricke schlug vor, die weiteren Tops auf die notwendigsten Punkte zu beschränken. Der Vorschlag wurde mehrheitlich mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen.
Martin Pflaum hielt aus dem Stehgreif für Hannelore Klafki eine kleine, anerkennende und ergreifende Gedenkrede. Man müsse sich nun erst mal für die Trauer Zeit nehmen und eine weitere Stunde Pause einlegen. Dieser Vorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Wiederaufnahme der MV um 20.45 Uhr. Kalle Pehe verlas ein Gedicht "Stille".
Mit großer Mehrheit wurde eine Kürzung der Tagesordnung beschlossen. Demnach sollen nur die Top`s 7, 8, 9, 10, 10a, 11a gekürzt (nur die Änderungen von § 2 und § 14 der Satzung), 11b gekürzt ( nur die Anträge, ob die Untersuchung von Jana Russo vom BPE unterstützt werden soll und ob das Netzwerkes Brandenburg e. V. und die Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener (BOP&P) als Landesorganisationendes BPE anerkannt werden sollen) und Top 12 gekürzt (nur den Antrag von Dorothea Buck) behandelt werden.

Zu Top 7:
Die Kassenprüfer Bärbel Kaiser-Burkart und Dieter Ducke hatten keine Beanstandungen an der guten Kassenführung von Elke Bücher.

Zu Top 8:
Eine Aussprache über die Kassenführung lehnte die MV mit Mehrheit bei 5 Gegenstimmen ab.

Zu Top 9:
Elke Bücher erläuterte der MV ausführlich den Haushaltsplan 2006. Er wird mehrheitlich ohne Gegenstimme angenommen.

Zu Top 10:
Der geschäftsführende Vorstand und die Kassenprüfer wurden mit großer Mehrheit ohne Gegenstimmen bei 3 Enthaltungen entlastet.

Zu Top 10a:
Elke Bücher und Doris Steenken werden als neu zu wählende geschäftsführende Vorstandsmitglieder vorgeschlagen. Ruth Fricke erklärte kurz, wie schwierig die Vorstandsarbeit eigentlich ist. Es sei fast ein "Full Time" Job. Beide Kandidatinnen stellten sich vor. Elke Bücher will auch die Kassenführung weiter machen.
Der Vorschlag, die beiden neuen Vorstandsmitglieder en bloc zu wählen, wurde mehrheitlich mit 7 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen angenommen. Elke Bücher und Doris Steenken wurden mit 40 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen gewählt. Beide nahmen die Wahl an. Dagmar Barteld-Paczkowski bedankte sich bei Ihnen für ihr Engagement. Sie dankte auch dem ausscheidenden Vorstandsmitglied Norbert Südland für seine im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.

Zu Top 11a:
§ 14 der Satzung sollte dahingehend geändert werden, dass das Geschäftsjahr mit dem 01.09. eines jeden Jahres beginnt und mit dem 31.08. des jeweiligen Folgejahres endet. Der Arbeitsaufwand für die Kassenführung würde sich damit vereinfachen. Der Antrag wurde mit 50 Ja-Stimmen ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen angenommen.
§ 2 der Satzung "Zweck und Ziele" wurde durch einen neuen Punkt d) ergänzt und sollte so im Vereinsregister eingetragen werden. Dieser Absatz wurde von der MV bereits 2002 beschlossen. Er wurde mit 51 Ja-Stimmen ohne Gegenstimmen bei 3 Enthaltungen bestätigt.

Zu Top 11b:
Jasna Russo arbeitet an einer Begleitstudie zu einer Studie "Pharmako-Genetik der Depression". Sie will untersuchen, ob bzw. in wie weit Betroffene bereit wären, Gen-Tests an sich durchführen zu lassen, wenn mit ihnen die Wahl eines geeigneteren Medikamentes für ihre psychische Erkrankung möglich wäre. Jasna Russo hat dafür einen Fragebogen entwickelt. Sie stellte den Antrag, dass der BPE diesen Fragebogen auf ihre Kosten an seine Mitglieder versendet. Es bliebe dann den BPE-Mitgliedern selbst überlassen, ob bzw. in wie weit sie an der Befragung teilnehmen wollen.
Nach z. T. sehr kontroverser Diskussion stimmte die MV mehrheitlich bei 7 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen dem Antrag zu, dass der BPE den Brief von Jasna Russo an seine Mitglieder versendet.

Anträge auf Annerkennung des Netzwerkes Brandenburg e.V. und der Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener (BOP&P) als Landesorganisationen des BPE e.V.: Eine Diskussion über den Antrag wird von der MV mit Mehrheit abgelehnt. Der Antrag, über beide Aufnahmeanträge gemeinsam abzustimmen, wird mit Mehrheit angenommen. Beide Organisationen als Landesorganisationen des BPE anzuerkennen, wurde mit 54 Ja-Stimmen bei 2 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen beschlossen.

Zu Top 12:
Kalle Pehe wies auf seine mitgebrachten "Beipackzettel des BPE", die dazugehörigen farbigen Postkarten und Poster hin, die nun bundesweit verteilt werden sollen.

Den Vorschlag von Dorothea Buck in ihrem Grußwort zu einem "Tag der Psychiatrie" beim Bundespräsidenten Horst Köhler möchte der BPE aufnehmen und umsetzen

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