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Ausgabe
4/2006
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„Eine
gute Alternative – Vertrauensbasis aufbauen“
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Unter der Überschrift „Eine gute Alternative – Vertrauensbasis aufbauen“ beginnt sie mit zwei (jung klingenden) Zitaten von Luc Ciompi, der als Fachmann eigentlich nur ausspricht, was sie selbst seit Jahren als Autodidaktin vertritt. Nun ja, manche wollen es eben nach wie vor lieber von einem Professor hören, was sich in der Psychiatrie ändern muss: „Seit vielen Jahren suche ich, unzufrieden mit der üblichen Klinikbehandlung, nach neuen und besseren Wegen der Betreuung von Menschen mit akuten schizophrenen Störungen. Problematisch erschien mir an der traditionellen Behandlung nicht nur die undifferenzierte „medikamentöse Keule“, die praktisch obligat auf jeden Kranken mit akut psychotischen Erscheinungen herunterzusausen pflegt. Sie reduziert neben den gröbsten Symptomen gravierend auch die Möglichkeit, dem tiefen oft traumartigen Sinn etwa von Wahn und Halluzinationen zusammen mit dem Patienten nachzuspüren und die zugrunde liegenden Lebensprobleme mit einer intakt gebliebenen Gesamtpersönlichkeit integrativ zu bearbeiten. Auch die aufgeregt-gespannte Atmosphäre der so genannten „unruhigen Aufnahme-Abteilungen“ und „Wachsäle“, die undurchsichtige Organisation eines komplexen psychiatrischen Großkrankenhauses mit seinen unvertrauten Regeln und Riten, das ständige Kommen und Gehen von ebenfalls erregten und verstörten Mitpatienten, die viel zu fragmentierte Präsenz und professionelle Distanz des Pflegepersonals, ohne Möglichkeit, in aller Ruhe eine kontinuierliche, zwischenmenschliche Vertrauensbeziehung aufzubauen, scheinen mir alles andere als ideal für die Behandlung von ohnehin verängstigten und verwirrten Kranken zu sein. In manchen psychiatrischen Akutabteilungen herrscht zudem nach wie vor ein Klima von Angst, Zwang und Gewalt. Insbesondere die sogenannte Vulnerabilitäts-Hypothese (Verletzlichkeit), welche Menschen mit schizophrenen Störungen als besonders verletzliche, sensible und „dünnhäutige“ Individuen versteht, die emotionale und intellektuelle Belastungen aller Art schlechter vertragen als Gesunde, verlangt offensichtlich nach etwas ganz anderem“. Luc Ciompi, Professor für Sozialpsychiatrie Universitätsklinik Bern (Modell Soteria) Eine Psychose kommt nicht aus heiterem Himmel. Sicher – da ist eine vulnerable Person – in diesem Falle jemand mit einer Behinderung, und vielleicht hat sie auch ein Gen, das sie nicht haben sollte, aber das alles genügt doch nicht, um eine Psychose zu erklären! Da geht eine enorme Spannung voraus, die verstanden werden muss und kann, die letztlich in eine psychotische Entgleisung mündet... Es geht darum, durch den vordergründigen Nebel der Psychose zum Menschen zu gelangen, zu fühlen, zu spüren, was ihn eigentlich ausmacht, vor was er Angst hat, was und wen er liebt, zu welchen Menschen er Beziehungen hat... Wenn man einen Patienten anschaut, ihn diagnostiziert und Neuroleptika verabreicht, ohne den Menschen zu verstehen, ohne Zugang zu ihm zu bekommen, ist dies eine Etikettierung und damit daneben: Das ist eine Psychiatrie, die ich ablehne.“ Prof. Ciompi bei einer Fallbesprechung, 27.6.1989, SPK Bern „Du musst ein Chaos in dir tragen, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ Friedrich Nietzsche Außerdem weist uns Dorothea Buck auf interessante Neuerscheinungen im Paranus-Verlag hin: http://www.paranus.de (in der Leiste links auf „Neuerscheinungen“ klicken!) besonders auf die neuen Bücher von Thomas Bock und Sibylle Prins („Seitenwechsel“) Thomas Bock, zusammen mit Dorothea Buck, Begründer der Psychoseseminare
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