zurück zur Übersicht

zurück zum Inhalt 2/07

 Rundbrief
Ausgabe 2/2007


Freitag, 19.10.2007 19.30 Uhr

  • Begrüßung und Eröffnung des Marktes der Möglichkeiten
  • örtliche Projekte präsentieren sich

BPE-Jahrestagung:

Bitte anmelden zum Markt der Möglichkeiten!

Die BPE Jahrestagung 2007 findet vom 19. bis 21. Oktober in der Jugendherberge Kassel statt. Anstelle der üblichen Berichte über Projekte aus örtlichen Gruppen und Regionen am Freitagabend, wollen wir in diesem Jahr einen Markt der Möglichkeiten durchführen.
Hier sollen die örtlichen Gruppen und Landesverbände aber auch unserer Kulturschaffenden sich und Ihre Projekte an Infotischen vorstellen können. Obwohl wir auch die oberen Flure für diesen Zweck nutzen können, ist der Platz begrenzt.
Daher bitten wir Euch, Eure Stände mit einer kurzen Projektbeschreibung (4-5 Sätze) bis zum 1. August bei Ruth Fricke, Mozartstr. 20 b, 32049 Herford, Fax: 05221-86410, mail. Ruth.Fricke@t-online.de schriftlich anzumelden.
Bis Mitte August werdet Ihr dann benachrichtigt, ob Ihr bei der Standvergabe berücksichtigt werden konntet. So habt auch Ihr noch ausreichend Zeit Euren Stand vorzubereiten.

Kulturprogramm

21.00 Uhr Kulturpogramm

  • „Singen macht frei!“ Lieder zum mitsingen mit Reinhard Wojke
  • „Die Diplompsychose und die Kunst!“ Kabarett von und mit Annette Wilhelm anschließend:
  • „Tanz dich frei –selbstbestimmt leben“ Discjockey: Peter Weinmann

Die Diplompsychose und die Kunst
von und mit Anette Wilhelm

Im ersten Stück erkläre ich, im Kostüm einer „Diplompsychose“, wie eine Psychose entsteht und wie man sich dabei fühlt - aus der Sicht einer Betroffenen. Die Augen im Bauch spielen dabei eine besondere Rolle...

Im zweiten Stück zeige ich - mittels Kunst - einen Weg aus der Psychose heraus. Ich greife dabei auf eine Powerpoint - Präsentation, bestehend aus selbstgemalten Bildern und selbstverfassten Gedichten zurück!

„Singen macht frei!“
Lieder zum mitsingen mit Reinhard Wojke

Ein singender Rundbriefredakteur (leider nicht die Rundbriefredaktion) lädt Euch ein, zu den Liedern mit zu Singen. Damit sich mal alle einstimmen können, habe ich Euch eine Eigendichtung zu der Melodie „Wochend und Sonnenschein“ herausgesucht.

Na dann viel Spass beim Üben.

Mit herzlichen Grüßen, Reinhard

oben 


Vorstellung der Arbeitsgruppen

AG 1: Arbeitsgruppe Heim und ambulante Wohnformen mit dem persönlichen Budget.
Moderation: Klaus Lauplicher und Franz-Josef Wagner

AG 5 Selbstbestimmter Umgang mit Psychopharmaka
Moderation:Matthias Seibt

AG 2 Künstlerarbeit: Das Hobby zum Beruf machen - Von Illusion und reellen Möglichkeiten
Moderator: Gangolf Peitz

AG 6 „Kreative Selbstgestaltung“ auf der BPE- Tagung in Kassel 07
Moderatotin: Miriam Krücke

AG 3 Ernährungsumstellung und Qigong, nur „Wellness“ oder doch eine mögliche Alternative zur schulmedizinischen Behandlung?
Moderatorin: Eva Krebs

AG 7 Arbeitsgruppe zum Thema: Praktische Psychosebegleitung
Mit Dr. Joachim Glaubrecht

AG 4: Interessenvertretung durch örtliche Selbsthilfegruppen
Moderatorin: Ruth Fricke

AG 8 Borderline und Selbsthilfe.
Moderatorin: Verena Walter

AG 1: Arbeitsgruppe Heim und ambulante Wohnformen mit dem persönlichen Budget.
Moderation: Klaus Lauplicher und Franz-Josef Wagner

Wir stellen fest, dass keine Selbsthilfegruppe Kontakt zu Heimen hat. In den neuen Heimgesetzen der Länder wird nicht mehr von Heimen gesprochen, sondern von ambulanten Wohnformen. Erreichen wir mit dem persönlichen Budget wirklich die Wende. Wir müssen feststellen, dass das Gesetz für das persönliche Budget jetzt schon ausgehebelt ist und die Regionen sind unter den Heimträger aufgeteilt, so dass keine gesunde Konkurrenz entsteht. Chronisch Kranke leiden unter Isolation und Stigmatisierung. Ist es dann nicht egal, wo sie sind oder ist es nicht schon ein Erfolg, wenn die geschlossenen Einrichtungen nicht explosionsartig zunehmen. Das Ziel dieser AG ist ein Forum für chronisch Kranke im BPE, für Menschen, die sich nicht mehr wehren können. Sie brauchen dringend unsere Assistenz.

AG 2 Künstlerarbeit: Das Hobby zum Beruf machen -
Von Illusion und reellen Möglichkeiten
Über künstlerische Tätigkeit (Malerei/Ausstellungen - Schriftstellerei/Lesungen, Publizieren -
Comedy, Kabarett, Musik/Auftritte) und berufliche Realisierbarkeit insbesondere für Betroffene

Moderator: Gangolf Peitz

Gesundheitliche Auszeiten, Krisen und Handicaps führen -erfreulicherweise- oft zu kreativer Beschäftigung. Da intensiviert beispielsweise ein Betroffener sein Hobby Malerei, ein anderer fängt im Krankenhaus mit dem Schreiben sensibler Gedichte an und ein Dritter entdeckt als Patient Fähigkeiten in Comedy und Kabarett (“was ich schon immer machen wollte…“) - Menschen in und aus Krisen können auf diesem künstlerisch-musischen Weg in therapeutischer Selbsthilfe Gefühle, Erinnerungen, Erfahrungen verarbeiten, mitteilen und sich auch heilsam ablenken von unguter Grübelei.
Wer möchte und willens dazu ist, kann bei einer beruflichen Neuorientierung durchaus den Versuch wagen von Künstlerarbeit zu leben, sei es auch ‘nur’ als geringfügige Beschäftigung bzw. als Zusatzverdienst. Bekannte Fragen von neuen ‘Künstlerseelen’ lauten dann z.B.: Wie bringe ich meine Bilder an den Mann? Wie organisiere ich wo eine Ausstellung? Welche Preise setze ich für meine Werke an? Was ist rechtlich zu beachten? Was ist diese Künstlersozialkasse? Ein literarischer Newcomer überlegt: Wie mache ich eine Lesung? Kann ich Geld mit einem Buch verdienen? Wie drucke und verkaufe ich selbst kleine Publikationen? Hab’ ich Chancen bei Presse und Hörfunk? Wie ist das mit dem Autorenrecht? Ist die Teilnahme an Kunst- und Literaturwettbewerben aussichtsreich?
Ich selbst kam über eine längere bittere Durststrecke (verbunden mit beruflicher Pause) zur Kulturarbeit als Akteur. Seit den 80er Jahren bin ich in der Öffentlichkeit schreibend wie malend tätig und ‘unterwegs‘ und bin heute im Zweit- (gleich Seelen)beruf Schriftsteller und Künstler (“in Ernst & Scherz“).
Davon werde ich in meiner AG erzählen. Der Fokus liegt dabei auf Bildender Kunst und Literaturarbeit. Da hier gerade bei Interessierten aus der PE-Szene Informationsbedarf besteht, versteht sich diese AG primär als Informationsseminar. Ich referiere ausführlich zum Thema und gebe konkrete Tipps und Vorschläge, wie sich von Malerei und Schriftstellerei auch finanziell leben lässt, was illusionär ist und was realisierbar, betont mit meinen eigenen Erfahrungen aus der Künstler- und Autorenwelt. - Gewollt zweideutig und mit humoresker Zunge gesprochen möchte ich sagen: Kultur darf nicht umsonst sein! Und es geht nicht nur um Ruhm und Ehre (ich sympathisiere mit Heinrich Bölls‘ Zitat “Der Lorbeer gehört in die Suppe…”), sondern für Kreativarbeiter auch um einen angemessenen Lohn für Arbeit und Ähre.
Allen Interessierten sagt Gangolf Peitz: Herzlichste Einladung!

AG 3: Ernährungsumstellung und Qigong, nur „Wellness“ oder doch eine mögliche Alternative zur schulmedizinischen Behandlung?
Moderatorin: Eva Krebs

„Qigong dient dazu, seinen eigenen Standpunkt zu finden. Man lernt wieder, den eigenen Körper zu spüren, den Atem zu regulieren und den Geist zu beruhigen. In dieser Arbeitsgruppe hast Du die Möglichkeit einen Einblick in eine Methode zu gewinnen, die bei regelmäßiger Anwendung eine Alternative zur Schulmedizin darstellen kann.
Nicht für jeden ist eine makrobiotische Diät geeignet, weil man sich dazu mit der Qualität der Nahrungsmittel, mit Einkaufen und Kochen beschäftigen muss, und man sich unter Medikamenten sowieso schon durch den Tag schleppt. Fertignahrung und Dosenfutter dagegen können unter Umständen der Freifahrschein in die Psychiatrie sein.
Dass Natriumglutamat so genannte Clusterkopfschmerzen auslösen und die Durchlässigkeit der Blut – Hirn- Schranke verändert, dass Omega III Fettsäuren bei psychischen / psychiatrischen Erkrankungen unbedingt eingenommen werden sollte, kann man bei David Servan-Schreiber und bei Hans - Ulrich Grimm nachlesen. Weitere Einzelheiten z.B. über den Konsum von Milch und Milchprodukten bei Depressionen, oder ob wir die Vitamine aus Obst und Südfrüchten wirklich brauchen, werden wir im Einzelnen in dieser Arbeitsgruppe erörtern.
Über die Kursleiterin:
Eva Krebs, 47 Jahre alt, von Beruf Krankenschwester, Qigong – Lehrerin und Sporttherapeutin. Seit 2005 bin ich selbständig als Qigong – Lehrerin tätig. Von 1988 bis 1998 war ich in psychiatrischer Behandlung mit mehreren Klinikaufenthalten. Die Medikamente, die man mir verordnete empfand ich als Zumutung. Nach sechs oder sieben Jahren neuroleptischer Medikamenteneinnahme erkannte ich, dass in der Psychiatrie und unter psychiatrischer Behandlung keine Möglichkeit bestand, gesund zu werden, und dass ich ganz andere Wege finden muss, wenn ich die Medikamente absetzen will.“

AG 4: Interessenvertretung durch örtliche Selbsthilfegruppen
Moderatorin: Ruth Fricke

Neben dem Erfahrungsaustausch unter Betroffenen, spielt in den örtlichen Selbsthilfegruppen Psychiatrie-Erfahrener die Interessenvertretung vor Ort. Während sich der BPE und die Landesorganisationen vorrangig um die Interessenvertretung im Rahmen von Gesetzgebung, Behandlungsleitlinien, Förderrichtlinien, gegenüber Politik, Berufs- und Fachverbänden, Spitzenverbänden der Kranken- und Rentenversicherungen und der großen Einrichtungsträger geht, findet die reale Ausgestaltung psychiatrischer Hilfsangebote vor Ort in den Städten Gemeinden und Kreisen statt. Es kommt daher darauf an, dass Betroffene Sitz und Stimme in den psychosozialen Arbeitsgemeinschaften und/oder den gemeindepsychiatrischen Verbünden haben, um die Angebote vor Ort in ihrer qualitativen Ausrichtung zu beeinflussen. Es wird unter anderem auch um die Frage gehen Beiräte in Einrichtungen und Diensten und unabhängige Beschwerdestellen zu installieren.
Wichtig ist auch die Mitarbeit von Betroffenen in den Aus- und Weiterbildungsverbünden für professionelle Mitarbeiter der Psychiatrie, wo Betroffene als Lehrende Profis Ihre Erfahrungen und Wünsche vermitteln.

AG 5: Selbstbestimmter Umgang mit Psychopharmaka
Moderation:Matthias Seibt

„Der Arzt hat aber gesagt...“ Diese und ähnliche Überlegungen halten viele Menschen davon ab, eigene Entscheidungen über Art und Ausmaß ihres Psychopharmaka-Konsums zu treffen. Nun werden die Psychopharmaka aber leider nicht über Leber und Niere des Arztes, sondern über unsere eigenen Organe verstoffwechselt. Also müssen wir selber entscheiden, ob wir Psychopharmaka nehmen, falls ja welche Psychopharmaka wir nehmen und schließlich wie viel wir davon nehmen.
Einige dazu nötige Informationen sollen in dieser AG gegeben werden und ein Austausch über Erfahrungen mit diesem selbstbestimmten Umgang stattfinden.

AG 6: „Kreative Selbstgestaltung“ auf der BPE- Tagung in Kassel 07
Moderatotin: Miriam Krücke

Unser Leben, wie wir es empfinden und gestalten, wird von unseren Vorstellungen, Überzeugungen und Bedeutungsgebungen mitbestimmt. In dieser Arbeitsgruppe, wollen wir diese ein wenig in Frage stellen, Möglichkeitsräume und neue Sichtweise erproben. Mit Hilfe gestalterischer Medien werden wir in einen kreativen Austausch und Dialog treten, um miteinander einen Schritt über die eigenen Grenzen zu wagen, Selbst- und Fremdbilder spielerisch auszugestalten und unseren Ressourcen Raum zu geben. Wer also Lust hat, sich ein wenig seiner Phantasie hinzugeben und gleichzeitig neugierig auf die Ideen Anderer ist- wer Spaß hat am Malen, Zeichnen, Spielen, Träumen... ist herzlich willkommen.
Bis dahin, Miriam Krücke

AG 7: Arbeitsgruppe zum Thema: Praktische Psychosebegleitung
Mit Dr. Joachim Glaubrecht

Im Unterschied zur üblichen Einstufung, dass eine Psychose eine schwerwiegende Krankheit darstelle, wird in der Arbeitsgruppe ein gänzlich anderer Blick auf das Psychosegeschehen eröffnet und der Arbeitsgruppenarbeit zugrunde gelegt. Es wird zunächst mit wissenschaftlicher Beweisführung erarbeitet, dass eine Psychose einen Heilungsversuch unseres Gehirns darstellt und keinesfalls unterdrückt werden darf. Es wird anhand praktischer Beispiele und Erfahrungen belegt, dass eine angemessene Praktische Psychosebegleitung sicher zum Heilungserfolg führen kann und auf diese Weise seelische Gesundheit erreichbar ist. Die Chronifizierung psychischer Erkrankung kann vermieden werden. Allerdings ist die Praktische Psychosebegleitung ein sehr zu diffenzierender und individueller Prozess, der ein Höchstmaß an Empathie, Flexibität und Wissen des Begleiters erfordert.

AG 8: Borderline und Selbsthilfe.
Moderatorin: Verena Walter

Als ehemalige Betroffene und Gründerin des Borderline-Netzwerk e.V. möchte ich vormittags mit Euch zusammen über die verschiedenen Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Selbsthilfe sprechen. Ebenso über die Wichtigkeit von Aufklärung und Entstigmatisierung.
Neben meinen Berichten aus der Praxis ist eine Diskussion zum Thema geplant.
Nachmittags ist geplant, einige Aspekte in der Praxis vorzustellen und miteinander zu erarbeiten, etwa aus dem Bereich der Spannungsregulierung/ Streßtoleranz.
Unter der Überschrift: „Ist Borderline wirklich unheilbar“ ist abschließend eine Diskussionsrunde mit einem Ausblick auf neue Wege und Möglichkeiten vorgesehen.

Samstag, 20.10.2007
9.30 Uhr

Empowerment ist heute ein häufig gebrauchtes Wort in den psychosozialen Bezügen. Was beinhaltet es jedoch genau?
Vortrag Dagmar Barteld-Paczkowski

Welche Voraussetzungen sind notwendig, um kraftvoll die eigenen Wünsche und Vorstellungen von guten Lebensbedingungen umzusetzen?
Empowerment sollte mehr sein, als nur allein die Vorstellungen von Mitwirkung und Mitarbeit in Gremien und Organisationen vorzutragen oder die zugelassene Selbständigkeit zu leben.
Zu gutem Empowerment ist es NOT-wendig, Bedingungen zu schaffen, in denen beeinträchtigte Menschen soviel freie Entscheidungen wie möglich treffen können und dort wo sie Unterstützung benötigen diese auch von unbeeinträchtigten Menschen (Begleitern, Betreuern und Assistenten) so weit wie möglich bekommen.
Empowerment sollte den Weg bereiten, sich vom funktionierenden Menschen zum bewusst lebenden Menschenentwickeln zu können.

Sonntag, 21.10.2007
9.00 Uhr

Hoffnung-Macht-Sinn – Recovery-Konzepte in der Psychiatrie
Vortrag Prof. Michaela Amering

Recovery –die Entwicklung aus den Beschränkungen der PatientInnenrolle zu einem selbstbestimmten sinnerfüllten Leben - ist ein individueller Prozess nach einer Orientierung an für den einzelnen betroffenen Menschen wesentlichen Werten und Zielen. Es geht darum die eigene Erfahrung als wesentlich anzuerkennen, sie mit Stolz und Verantwortung zu nutzen, um einen individuellen Weg aus der Krankheit hin zu einer selbstbestimmten Position und Rolle in einem sozialen Gefüge zu finden.
Der Vortrag wird sich mit Recovery als Konzept beschäftigen sowie mit der Tatsache, dass Hilfen, die Menschen auf einem solchen Weg benötigen, vielfältig sind, jedoch immer an subjektiven Erklärungsmodellen und individuellen Prioritäten orientiert sein müssen. Respekt, Partnerschaftlichkeit, Vertrauen, Offenheit, Hoffnung, Vertrauen in die Fähigkeiten zu Selbstbestimmung und Selbstermächtigung, Mut zu Veränderungen in den Machtverhältnissen in therapeutischen Beziehungen und Einrichtungen sind Haltungen, die als Grundlage für Betreuungssituationen beschrieben werden, die die Fähigkeiten von Individuen für deren Recovery-Prozess fördern und einen solchen Prozess begleiten und unterstützen können.

 

oben 

zurück zum Inhalt 2/07