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 Rundbrief
Ausgabe 3/2007

Vernetzung von Heimen und Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe

Von Doris Steenken

Leider ist immer wieder festzustellen, dass kaum Heimbewohner an Selbsthilfegruppen Psychiatrie-Erfahrener teilnehmen. Mögliche Ursachen hierfür sind Einschüchterung durch das Heimpersonal, hohe Verabreichung von Psychopharmaka und fehlende Information der Bewohner über die Selbsthilfe.

Auch ich selbst lebte in einem Wohnheim und war in dieser Situation sehr verzweifelt. In der WfbM, in der ich zu der Zeit beschäftigt war, lernte ich jemanden kennen, mit dem ich über meine Probleme im Heim sprach. Er sagte mir, dass er schon seit langer Zeit die Selbsthilfegruppe für Psychiatrie-Erfahrene besucht und dort sehr gute Erfahrungen macht. In dem Zusammenhang empfahl er mir, doch auch in die Gruppe zu kommen. Zunächst hatte ich Sorgen, dass ich von Seiten des Heimpersonals Ärger bekomme, wenn ich zu dieser Gruppe gehe. Nach mehrmaligen Nachfragen von dem Kollegen habe ich mich doch überwunden, in die Gruppe zu kommen. Dort wurde ich sehr gut aufgenommen und ich hatte viel Zeit, um über meine Probleme im Heim zu reden. Dieses Gespräch tat mir sehr gut und stärkte mein Selbstbewusstsein. Dabei wurde mir klar, dass ich als Heimbewohnerin auch Rechte habe, wovon ich vorher im Heim überhaupt nichts gemerkt habe. In der Folgezeit habe ich dann regelmäßig die Gruppentreffen besucht und dort sogar Freundschaften geknüpft. Es wurde mir von zwei Gruppenteilnehmern ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft angeboten. Dieses Angebot nahm ich natürlich mit voller Begeisterung an. Mit Unterstützung von den beiden Gruppenteilnehmern informierte ich das Wohnheim, dass ich dort ausziehe. Die Betreuer aus dem Wohnheim waren mit dem Auszug nicht einverstanden und versuchten mich einzuschüchtern. Aber durch die ganzen Gespräche in der Gruppe war mir klar geworden, dass sie mich an meinen Auszug nicht hindern konnten. Gemeinsam mit den beiden Gruppenteilnehmern konnte ich das Personal doch von meinem endgültigen Entschluss überzeugen. Der Selbsthilfegruppe habe ich zu verdanken, dass ich heute nicht mehr in einem Heim lebe. Seit der Zeit war ich nicht mehr Patientin in der Psychiatrie, obwohl das Heim mir dies prophezeit hatte.

Auch ich selbst lebte in einem Wohnheim und war in dieser Situation sehr verzweifelt. In der WfbM, in der ich zu der Zeit beschäftigt war, lernte ich jemanden kennen, mit dem ich über meine Probleme im Heim sprach. Er sagte mir, dass er schon seit langer Zeit die Selbsthilfegruppe für Psychiatrie-Erfahrene besucht und dort sehr gute Erfahrungen macht. In dem Zusammenhang empfahl er mir, doch auch in die Gruppe zu kommen. Zunächst hatte ich Sorgen, dass ich von Seiten des Heimpersonals Ärger bekomme, wenn ich zu dieser Gruppe gehe. Nach mehrmaligen Nachfragen von dem Kollegen habe ich mich doch überwunden, in die Gruppe zu kommen. Dort wurde ich sehr gut aufgenommen und ich hatte viel Zeit, um über meine Probleme im Heim zu reden. Dieses Gespräch tat mir sehr gut und stärkte mein Selbstbewusstsein. Dabei wurde mir klar, dass ich als Heimbewohnerin auch Rechte habe, wovon ich vorher im Heim überhaupt nichts gemerkt habe. In der Folgezeit habe ich dann regelmäßig die Gruppentreffen besucht und dort sogar Freundschaften geknüpft. Es wurde mir von zwei Gruppenteilnehmern ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft angeboten. Dieses Angebot nahm ich natürlich mit voller Begeisterung an. Mit Unterstützung von den beiden Gruppenteilnehmern informierte ich das Wohnheim, dass ich dort ausziehe. Die Betreuer aus dem Wohnheim waren mit dem Auszug nicht einverstanden und versuchten mich einzuschüchtern. Aber durch die ganzen Gespräche in der Gruppe war mir klar geworden, dass sie mich an meinen Auszug nicht hindern konnten. Gemeinsam mit den beiden Gruppenteilnehmern konnte ich das Personal doch von meinem endgültigen Entschluss überzeugen. Der Selbsthilfegruppe habe ich zu verdanken, dass ich heute nicht mehr in einem Heim lebe. Seit der Zeit war ich nicht mehr Patientin in der Psychiatrie, obwohl das Heim mir dies prophezeit hatte.

Durch den Austausch mit Heimbewohnern wird deutlich, dass wir auch unbedingt den Kontakt zu den Mitarbeitern der Wohnheime suchen müssen, um ihnen unsere Forderungen zur Enthospitalisierung aus Heimen nahe zu bringen. Durch solch einen Austausch kann eine Veränderung des Umgangs mit den Bewohnern gefördert und das Verständnis für die Belange und die Selbstbestimmungsrechte der Bewohner erreicht werden. Ziel ist es, dass sich Personal und Heimbewohner auf Augenhöhe begegnen und dadurch die Wohnqualität steigt.

Die Kontaktaufnahme zu Wohnheimen könnte über die Sozialpsychiatrischen Verbünde und/oder über die Heimbeiräte erfolgen. Dann könnten Vertreter der Selbsthilfegruppe Infoveranstaltungen in den Wohnheimen durchführen. Dabei sollten der Sinn und Zweck von Selbsthilfegruppen sowie der Ablauf einer Gruppensitzung den Bewohnern und Mitarbeitern vorgestellt werden. Es wäre eine gute Gelegenheit in einen Austausch über Selbsthilfe, das Leben in Wohnheimen und dort bestehende Missstände zu treten. In ähnlicher Form wurden in Osnabrück Informationsveranstaltungen von Vertretern der Selbsthilfegruppe in Werkstätten für Menschen mit seelischer Behinderung und in einer Krankenpflegeschule durchgeführt. Dabei ergaben sich interessante und rege Diskussionen.

In derartigen Veranstaltungen in Wohnheimen sollte man zusätzlich anbieten, ein Selbsthilfegruppentreffen dort im Haus durchzuführen. Dieses Angebot kommt unsicheren Bewohnern entgegen, um deren Hemmschwellen und Ängste abzubauen. Somit könnten sie in ihrer vertrauten Umgebung erfahren, wie so ein Treffen praktisch ablaufen kann, ob es ihnen zusagt und ob sie in Zukunft weiterhin an solchen Treffen teilnehmen wollen. Ähnlich wird es bereits von Selbsthilfegruppen (z. B. Anonyme Alkoholiker) auf Krankenhausstationen erfolgreich durchgeführt. Auf diesem Wege kann die Selbsthilfegruppe neue Teilnehmer finden. Daher wäre es ratsam, wenn örtliche Selbsthilfegruppen diesen Weg einschlagen. (siehe auch AG Heime und andere Wohnformen Mitmachseite-Die Redakt.)

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