Vernetzung
von Heimen und Psychiatrie-Erfahrenen-Selbsthilfe
Von
Doris Steenken
Leider ist immer wieder festzustellen, dass kaum
Heimbewohner an Selbsthilfegruppen Psychiatrie-Erfahrener teilnehmen.
Mögliche Ursachen hierfür sind Einschüchterung durch das Heimpersonal,
hohe Verabreichung von Psychopharmaka und fehlende Information
der Bewohner über die Selbsthilfe.
Auch ich selbst lebte in einem Wohnheim und war
in dieser Situation sehr verzweifelt. In der WfbM, in der ich
zu der Zeit beschäftigt war, lernte ich jemanden kennen, mit dem
ich über meine Probleme im Heim sprach. Er sagte mir, dass er
schon seit langer Zeit die Selbsthilfegruppe für Psychiatrie-Erfahrene
besucht und dort sehr gute Erfahrungen macht. In dem Zusammenhang
empfahl er mir, doch auch in die Gruppe zu kommen. Zunächst hatte
ich Sorgen, dass ich von Seiten des Heimpersonals Ärger bekomme,
wenn ich zu dieser Gruppe gehe. Nach mehrmaligen Nachfragen von
dem Kollegen habe ich mich doch überwunden, in die Gruppe zu kommen.
Dort wurde ich sehr gut aufgenommen und ich hatte viel Zeit, um
über meine Probleme im Heim zu reden. Dieses Gespräch tat mir
sehr gut und stärkte mein Selbstbewusstsein. Dabei wurde mir klar,
dass ich als Heimbewohnerin auch Rechte habe, wovon ich vorher
im Heim überhaupt nichts gemerkt habe. In der Folgezeit habe ich
dann regelmäßig die Gruppentreffen besucht und dort sogar Freundschaften
geknüpft. Es wurde mir von zwei Gruppenteilnehmern ein Zimmer
in einer Wohngemeinschaft angeboten. Dieses Angebot nahm ich natürlich
mit voller Begeisterung an. Mit Unterstützung von den beiden Gruppenteilnehmern
informierte ich das Wohnheim, dass ich dort ausziehe. Die Betreuer
aus dem Wohnheim waren mit dem Auszug nicht einverstanden und
versuchten mich einzuschüchtern. Aber durch die ganzen Gespräche
in der Gruppe war mir klar geworden, dass sie mich an meinen Auszug
nicht hindern konnten. Gemeinsam mit den beiden Gruppenteilnehmern
konnte ich das Personal doch von meinem endgültigen Entschluss
überzeugen. Der Selbsthilfegruppe habe ich zu verdanken, dass
ich heute nicht mehr in einem Heim lebe. Seit der Zeit war ich
nicht mehr Patientin in der Psychiatrie, obwohl das Heim mir dies
prophezeit hatte.
Auch ich selbst lebte in einem Wohnheim und war
in dieser Situation sehr verzweifelt. In der WfbM, in der ich
zu der Zeit beschäftigt war, lernte ich jemanden kennen, mit dem
ich über meine Probleme im Heim sprach. Er sagte mir, dass er
schon seit langer Zeit die Selbsthilfegruppe für Psychiatrie-Erfahrene
besucht und dort sehr gute Erfahrungen macht. In dem Zusammenhang
empfahl er mir, doch auch in die Gruppe zu kommen. Zunächst hatte
ich Sorgen, dass ich von Seiten des Heimpersonals Ärger bekomme,
wenn ich zu dieser Gruppe gehe. Nach mehrmaligen Nachfragen von
dem Kollegen habe ich mich doch überwunden, in die Gruppe zu kommen.
Dort wurde ich sehr gut aufgenommen und ich hatte viel Zeit, um
über meine Probleme im Heim zu reden. Dieses Gespräch tat mir
sehr gut und stärkte mein Selbstbewusstsein. Dabei wurde mir klar,
dass ich als Heimbewohnerin auch Rechte habe, wovon ich vorher
im Heim überhaupt nichts gemerkt habe. In der Folgezeit habe ich
dann regelmäßig die Gruppentreffen besucht und dort sogar Freundschaften
geknüpft. Es wurde mir von zwei Gruppenteilnehmern ein Zimmer
in einer Wohngemeinschaft angeboten. Dieses Angebot nahm ich natürlich
mit voller Begeisterung an. Mit Unterstützung von den beiden Gruppenteilnehmern
informierte ich das Wohnheim, dass ich dort ausziehe. Die Betreuer
aus dem Wohnheim waren mit dem Auszug nicht einverstanden und
versuchten mich einzuschüchtern. Aber durch die ganzen Gespräche
in der Gruppe war mir klar geworden, dass sie mich an meinen Auszug
nicht hindern konnten. Gemeinsam mit den beiden Gruppenteilnehmern
konnte ich das Personal doch von meinem endgültigen Entschluss
überzeugen. Der Selbsthilfegruppe habe ich zu verdanken, dass
ich heute nicht mehr in einem Heim lebe. Seit der Zeit war ich
nicht mehr Patientin in der Psychiatrie, obwohl das Heim mir dies
prophezeit hatte.
Durch den Austausch mit Heimbewohnern wird deutlich,
dass wir auch unbedingt den Kontakt zu den Mitarbeitern der Wohnheime
suchen müssen, um ihnen unsere Forderungen zur Enthospitalisierung
aus Heimen nahe zu bringen. Durch solch einen Austausch kann eine
Veränderung des Umgangs mit den Bewohnern gefördert und das Verständnis
für die Belange und die Selbstbestimmungsrechte der Bewohner erreicht
werden. Ziel ist es, dass sich Personal und Heimbewohner auf Augenhöhe
begegnen und dadurch die Wohnqualität steigt.
Die Kontaktaufnahme zu Wohnheimen könnte über die
Sozialpsychiatrischen Verbünde und/oder über die Heimbeiräte erfolgen.
Dann könnten Vertreter der Selbsthilfegruppe Infoveranstaltungen
in den Wohnheimen durchführen. Dabei sollten der Sinn und Zweck
von Selbsthilfegruppen sowie der Ablauf einer Gruppensitzung den
Bewohnern und Mitarbeitern vorgestellt werden. Es wäre eine gute
Gelegenheit in einen Austausch über Selbsthilfe, das Leben in
Wohnheimen und dort bestehende Missstände zu treten. In ähnlicher
Form wurden in Osnabrück Informationsveranstaltungen von Vertretern
der Selbsthilfegruppe in Werkstätten für Menschen mit seelischer
Behinderung und in einer Krankenpflegeschule durchgeführt. Dabei
ergaben sich interessante und rege Diskussionen.
In derartigen Veranstaltungen in Wohnheimen sollte
man zusätzlich anbieten, ein Selbsthilfegruppentreffen dort im
Haus durchzuführen. Dieses Angebot kommt unsicheren Bewohnern
entgegen, um deren Hemmschwellen und Ängste abzubauen. Somit könnten
sie in ihrer vertrauten Umgebung erfahren, wie so ein Treffen
praktisch ablaufen kann, ob es ihnen zusagt und ob sie in Zukunft
weiterhin an solchen Treffen teilnehmen wollen. Ähnlich wird es
bereits von Selbsthilfegruppen (z. B. Anonyme Alkoholiker) auf
Krankenhausstationen erfolgreich durchgeführt. Auf diesem Wege
kann die Selbsthilfegruppe neue Teilnehmer finden. Daher wäre
es ratsam, wenn örtliche Selbsthilfegruppen diesen Weg einschlagen.
(siehe auch AG Heime und andere Wohnformen Mitmachseite-Die Redakt.)
|