DGSP-Curriculum
„Psychotherapeutische Grundhaltung“
Von Klaus Laupichler
- Wir wissen wie wir Dich gesund machen, Du brauchst nur unseren
Anweisungen zu folgen.
- Wirst Du trotzdem nicht gesund, hast du dich für die Krankheit
entschieden und bist selber Schuld.
- Deine Vergangenheit interessiert uns nicht. Was gut war an
Deiner Vergangenheit war Manie und das zählt nicht.
- Ich der Profi, der Ratschläger bin der, der am Meisten gelitten
hat in seinem Leben. Das bei Dir ist doch nur ein Witz und sei
mir gefälligst dankbar. Diese Argumentation trifft man auch
in der Selbsthilfe.
- Die Teamsitzungen und Supervisionen sind geheim, man soll
nicht sehen wie wir uns streiten, verletzten und Machtkämpfe
vollführen. (Bei uns gab es sehr viele Teamsitzungen und ich
hatte das Gefühl, die merken gar nicht, wenn wir weg sind.
- Nach den Teamsitzungen und Supervisionen brauchen wir unsere
Ruhe und wir müssen uns zuerst einmal erholen.
- Wer von den Bewohnern aufmuckt und meckert ist krank und
braucht mehr Medikamente. Ein neues Rezept kann auch die Sekretärin
beim Psychiater begründen und anfordern
- Wer nachhaltig stört und Schwierigkeiten macht, kommt in
die Klinik und dann in ein anderes Heim. Er ist nicht Gruppenfähig
und wird verlegt, er ist halt psychisch krank und wir haben
eine schöne Warteliste.
- Sexuelle Beziehungen unter den Bewohnern sind verboten. Das
sind Emotionen mit denen wir nicht klarkommen. Ich lebe ja in
Scheidung. Gebt mehr Haldol und es gibt keine Beziehungen und
Flecken in der Bettwäsche.
- Durch verschiedene Lebenserfahrungen, Krankheitsbilder und
bevorzugen durch die Mitarbeiter, wurde die Wohngruppe immer
zu einem Dampfkessel in dem nur Krisenmanagement gefragt war.
Ich kam aber nie zu den Fragen meiner Krankheit und meiner Biographie.
Ich kam nie zu dem eigentlichem Grund, warum ich Heim bin.
- Durch diesen Dampfkessel stand ich ständig unter Strom und
brauchte mehr Medikamente. Da ich mich wehrte bekam ich mehr
Medikamente. Folge jahrlange Lithiumvergiftung und daher eine
Niereninsuffizienz, trotz ständiger Mahnung des Hausarztes.
- Der letzte Rest der Persönlichkeit wurde zerstört, da einige
Mitarbeiter Minderwertigkeitskomplexe gegen über mir hatten.
Außerdem Psychologen hatte keiner ein Universitätsstudium und
Oppositionserfahrung.
- Wenn etwas schief ging oder ein Machtkampf sich zwischen
Bewohner und Sozialpädagogen zu einer Selbsttötung führte, wurde
nie nachgefragt, nie nach den Gründen gefragt. Denn der der
aus dem Leben schied, war selber Schuld und hatte nicht auf
die pädagogischen und psychologischen Ratschläge des Mitarbeiters
gehört. Die Polizei wurde nur durch einen Zettel in der Tasche
des Toden aufmerksam, machte aber nichts, da es sich um einen
psychisch Kranken handelte. Auf dem Zettel stand: Nun Herr W......
habe ich Ruhe vor Ihnen. Herr W. ist heute organisatorischer
Leiter des Heimes. Wir sind Freiwild.
- Dokumentation. Das ist der eigentliche Hammer. Für die Mitarbeiter
nahm die Dokumentation einen sehr großen Raum ein. Aber jeder
schrieb Romane über uns Betroffene und warum wir so handelten.
Nicht aber kurz das was, was am Tag wichtig war. Wenn wir in
den Heimen was verändern wollen, dann müssen wir für eine einheitliche
Dokumentation sorgen. Kurz, knapp und präzis. ( Ich habe während
meiner Zeit im Reha – Heidenheim Tagebuch geführt. Auf einer
Tagung in Hannover bot ich dem Heimleiter einfach an, meine
Tagebuchaufzeichnungen mit der Dokumentation der Mitarbeiter
des Heimes zu vergleichen. Zeugen Else Eichenbrenner und Dr.
Voigtländer. Der Heimleiter erklärte sofort, die Aufzeichnungen
gäbe es nicht mehr)
- Du hast kein Recht anders zu sein und wie Du zu sein hast
bestimmen wir. (und die finanzielle Auslastung und die Warteliste
des Heimträgers.)
- Es gibt eine finanzielle interessante Spirale nach unten
für uns. Durch mangelhafte ambulante Beratung und Integrationsdienst
wird schließlich ein Heimaufenthalt nötig. Durch immer mehr
Medikamente und Dampfkessel verschlechtert sich unserer Zustand.
Wenn es ganz schlimm ist werden wir verlegt. Nach Lauingen oder
in den Rabenhof. Das ist halt so bei psychisch Kranken. Hauptsache
die Existenz des Heimträgers und das Gehalt der Mitarbeiter
stimmt. Mitarbeiter die eine erfolgreiche Ausgliederung betreiben
werden entlassen. Was zu beweisen ist.
- Psychotherapeuten nehmen nur fast gesunde Menschen. Denen
die wirkliche Hilfe brauchen, wird die Therapie verweigert.
Sie müssen einsehen, sie sind zu krank. Für mich ist das unterlassene
Hilfeleistung.
Gegenvorschläge (Prof. Becker): Einfach mal ein paar Mitarbeiter
entlassen..
Mein Vorschlag: Wenn ein Bewohner verlegt wird, muss sein Betreuer
mitgehen. Knallharte Qualitätskontrolle. Eine Mindestquote an
erfolgreicher Ausgliederung in die Gemeinde, sonst werden die
Mittel gestrichen. Öffentlich Stigmatisierung von schlechten Heimträgern.
Übrigens gegen mich besteht eine Klage. Androhung vom Reha –
Verein Alb Donau, wenn ich mich weiter öffentlich diskreditierend
äußere. Mache ich seit Jahren, aber noch nie erfolgte eine Anzeige.
Hat auch seine Gründe. K.L.
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