Der
Bayerische Landesverband Psychiatrieerfahrener e. V und die
(SAP) Selbsthilfe Augsburger Psychiatrieerfahrener e. V. hatten
zum 1. Juli 2007 zu einem Selbsthilfetag eingeladen.
Von Elisabeth Haap und Karin
Haehn
44 Teilnehmer waren gekommen aus Bayern die Meisten,
aber auch aus Bonn und Bochum waren sie angereist. Der Augsburger
Verein hatte sich viel Mühe gegeben, dass wir uns alle wohl fühlen
konnten. Es wurde aufgekocht und das Wetter war angenehm, sodass
wir auch draußen auf der Terrasse des “Haus Tobias“ sitzen konnten.
Viele gute Gespräche waren möglich und die Zeit
verging sehr schnell.
Den Abschluss bildete ein informatives Gespräch
mit dem Psychotherapeuten Heinz-Günter Andersch – Sattler. Er
sprach zum Thema „Trauma und Heilung“ und war bereit, auf sehr
unterschiedliche Fragen ein zu gehen. So haben wir folgendes verstanden:
Erfahrungen von Gewalt und Krieg können schwere
psychische Schäden auslösen. Die Folgen sind hier: „Schlafstörungen,
akute Ängste, posttraumatische Belastungsstörungen, Hilflosigkeitsgefühle
und das Gefühl von Ausgeliefert Sein. Auch, tägliche kleine Verletzungen
können ein Trauma bewirken. Diese täglichen kleinen Giftspritzen
sind schwer als Auslöser zu erkennen. Bei extremem Stress entsteht
ein Schock. In diesem Zustand gelangen die Gefühle nicht mehr
ins Großhirn, sondern verbleiben im Lymbischen System (Ergebnisse
neuster Hirnforschungen.)
Im Trauma werden Daten nicht mehr sortiert, sondern
alles ist gleich wichtig. Überall, wo traumatische Erlebnisse
stattgefunden haben, werden alle Sinneseindrücke als gleich wichtig
gespeichert. Wenn das Umfeld das Ereignis totschweigt, sind Folgestörungen
wahrscheinlich. Bei frischen Traumatisierungen ist es oft drei
Tage lang nicht möglich, dass der traumatisierte Mensch über seine
schlimmen Erlebnisse sprechen kann. In der Zwischenzeit ist es
wichtig, zu trösten und liebevollen Halt zu geben. Eine der Notausgänge
für Menschen, die keine Gesprächsmöglichkeit fanden ist die Psychose.
Es ist die Aufgabe eines Therapeuten, das Moralkorsett
des Klienten in Frage zu stellen, damit auch Tabuthemen benannt
werden können. Verschleppte Traumata werden komplex und dadurch
mit mehreren Lebensereignissen verbunden. Die neueren Therapien
arbeiten direkt am Lymbischen System, entkoppeln den immer wieder
aufrollenden Trauma Zyklus. Dazu gehören rythmische Bewegungen,
u. A. Augenbewegungen. Auch Jahrzehnte alte Traumata können noch
therapiert werden.
Wenn der Therapeut von der KV zugelassen ist, werden
ambulante Trauma Therapien von den Krankenkassen bezahlt. Stationäre
T.T. sind in Bayern (mit langen Wartezeiten verbunden) möglich,
in:„ München Nussbaumstrasse, Agatharied, und der Psychosomatischen
Klinik Windach.“ Behandelt werden dort Menschen mit posttraumatischen
Belastungsstörungen, Anpassungsstörungen und multiplen Persönlichkeitsstörungen.“
Eine wichtige Begebenheit auf diesem Selbsthilfetag
wollen wir noch schildern. Wir lernten eine Bezugsperson einer
Frau kennen, die in München in der Psychiatrie gelandet war. Nur
mit Hilfe von hilfreichen Menschen konnte es erreicht werden,
dass sie mittlerweile entlassen wurde und ohne Auflagen medikamentenfrei
leben kann. Die vielen beteiligten Menschen die hier helfen konnten,
hätten sich ohne den Bayerischen Landesverband nie kennen gelernt.
Wir denken, wir können mit der angefügten Vorlage anderen Menschen
Mut machen, ebenso hilfreich mitzuwirken dass unnötig gewordene
Betreuungen aufgelöst werden können.
Nach einem letzten „ Drink“ im Cafe´ löste sich
das Treffen auf, jeder fuhr in seine Richtung nach Hause. Wir
hatten das Gefühl, dass dieser Tag informativ und Gemeinschaft
stärkend war.
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Muster:
Zur Vorlage bei den Behörden nach dem Sozialgesetzbuch
(SGB)
Sehr geehrte Damen und Herren,
…………………geb. am ……………war vom …………….bis
geschlossen in Einrichtungen untergebracht und stand unter
umfassender Betreuung.
Sowohl die Betreuung, als auch die geschlossene Unterbringung
wurde am …………..
per Gerichtsbeschluss beendet.
Gegen die freiheitsentziehenden Maßnahmen und gegen die
Betreuung hat ……………
als zugelassene Prozessbeteiligte während der ganzen Zeit
den vorgeschriebenen Rechtsweg beschritten.
Sofern eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand zur
Fristwahrung nach den verschiedenen Büchern des SGB erforderlich
sein sollte, wird um Berücksichtigung des o.g. Sachverhaltes
gebeten.
Mit freundlichen Grüßen
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Netzwerk
Brandenburg e.V.
Einladung zum 7. Jahrestreffen der Selbsthilfegruppen
der Psychiatrie-Erfahrenen Brandenburgs
Motto: Kontakte aufbauen und Freundschaft
gestalten
6./7.10.07 am Hölzernen See, Steinhaus
Samstag 6.10.07
10:30 Uhr Anreise und Quartier beziehen
11-12 Uhr Begrüßung 12-13 Uhr Mittagspause
13-15 Uhr Mitgliederversammlung und Wahl des einen neuen
Vorstands (Pilzstube)
13-15 Uhr für Nichtmitglieder Malen zum Thema Freundschaft
mit Andrea (Raum 3)
15 Uhr Kaffetrinken ab 16 Uhr AG‘s
18 Uhr Abendbrot
19 Uhr Disko und/oder Lagerfeuer mit Liedern zur Gitarre
Sonntag, 7.20.07
9-11 Uhr Sybille Prins spricht zum Thema „Kontakte aufbauen“
11-12 Uhr Berichte der SH-Gruppen
12 Uhr Mittagessen und Abreise
Anmeldungen schriftlich an:
Christine Pürschel, Hanns-Eisler-Str.54, 10409 Berlin
FAX: (030) 420 85 416 Tel.: (030) 424 17 18
Kostenbeitrag pro Person 20,- €. Für Gruppen bitte vorkassieren.
Vegetarische Essen bitte bei der Anmeldung mitteilen
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1.
Selbsthilfetag Psychiatrie-Erfahrener in Hamburg
Am Samstag, 22. Sept. 2007, veranstaltet der Landesverband
Psychiatrie-Erfahrener e.V. (LPE) in Hamburg diesen ersten
Selbsthilfetag, um sich und seine Arbeit vorzustellen und
Betroffenen und Interessierten Gelegenheit zum Kennenlernen
und Austausch zu geben.
Die aktiven Mitglieder des LPE werden über ihre Motivation
und Tätigkeiten berichten. Wir werden über Sinn und Nutzen
der Selbsthilfe(gruppen) sprechen und über die Aufgaben,
die sich uns stellen sowie über unsere Beteiligung an Planungsgruppen,
Projekten und Komitees; darüber, wo und wie wir die psychiatrische
Versorgung in Hamburg mitgestalten und, welche eigenen Projekte
wir betreiben, in denen Betroffene hilfreich sinnvolle Betätigung
finden können – wie z.B. in der „U.B. – Unabhängige Beschwerdestelle
für Menschen mit psychischer Erkrankung“ oder in der Redaktion
/Herstellung/Verteilung unserer Zeitschrift Psychiatrie-Erfahrener.
Oder in unserem Internet-Spenden-Shop (bei eBay: „Spenden
für Psychiatrie-Erfahrene“. Schauen Sie gleich mal rein!).
Neue Impulse und/oder Mitwirkende und Lernwillige sind uns
willkommen!
Das Veranstaltungs-Programm mit Ort und Zeit senden wir
Ihnen nach Erstellung gern zu – ebenso wie sonstige Informationen
über uns. Wenden Sie sich bitte an unser Büro:
Fuhlsbüttler Str. 401
22309 Hamburg.
Tel.: 27 86 22 53
Email: info@lpe-hamburg.de
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(Handz SHTag PE 07-07-12) I
Idee:
„Gestützte“ Selbsthilfegruppen Psychiatrie-Erfahrener
Von W. Heuer 16.07.07
Der Begriff „Psychiatrie-Erfahrener“ stammt
aus dem Namen „Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.“
(BPE), einer Interessenvertretung von mehr als 1000 (Ex-)Patienten.
Der BPE, gegründet 1992, mit Sitz in Bochum (nicht zu verwechseln
mit „die-bpe, Berlin“) hat inzwischen Landesorganisationen
in allen Bundesländern, meist eigenständige eingetragene
Vereine, wie in Hamburg der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener
e.V. (LPE). Bundesweit gibt es um die 100 Selbsthilfegruppen,
die dem BPE nahe stehen.
Die meisten Menschen aus diesem Betroffenenkreis
haben Diagnosen wie „Schizophrenie“ bzw. „Psychose(n) aus
dem schizophrenen Formenkreis“ oder Mischformen mit „Bipolare
Störung“ – also z.B. „schizo-affektive Psychose“. Die anderen
haben Störungen wie z.B. Depression, Bipolare Störung (früher:
manisch-depressiv) Angststörung, Borderline oder andere
Persönlichkeitsstörungen.
Menschen mit „Psychosen aus dem schizophrenen
Formenkreis“ oder mit Borderline- bzw. Persönlichkeitsstörungen
haben einerseits kein geringeres Bedürfnis, sich mit anderen
Betroffenen z.B. in Selbsthilfegruppen, wo man „unter sich“
ist auszutauschen ( in mancher Hinsicht sogar größeres Bedürfnis
als Menschen mit anderen Problemen), wobei aber gerade bei
vielen die Fähigkeit zur strukturierten Selbstorganisation
– im Vergleich zu „psychisch Normalen“ eingeschränkt ist.
Oft ist es auch die subjektiv gefühlte Entwertung, die mit
der Diagnose und den von vielen Psychiatern damit verbundenen
– ungünstigen – Prognosen einherkommt, die Stigmatisierung
und Ausgrenzung, die diesen Menschen Energie raubt, sich
intensiv um ihre Rechte und Möglichkeiten zu kümmern – ebenso,
wie um die Gründung und Aufrechterhaltung von Selbthilfegruppen.
Wenn nicht der „Glücksfall“ eines Manisch-Depressiven mit
permanenter konstruktiv nutzbarer Hypomanie zu Stelle ist
oder ein Depressiver mit „workoholic“-Syndrom, dann wird
die Selbstorga nisation in Selbsthilfegruppen schwierig.
Meine eigene Erfahrung als Mitglied im BPE seit 1994 und
seit der Gründung des Hamburger LPE 1995 und seitdem als
Vorstandsmitglied, auch zunächst stellvertretende, dann
hauptverantwortliche Kontaktperson einer Selbsthilfegruppe
Psychiatrie-Erfahrener hat mir die hier zutage tretenden
Probleme, Bedürfnisse, Herausforderungen und Schwierigkeiten
bewußt werden lassen.
Beim KISS-Selbsthilfetag 2006 im Körber-Forum
in der Speicherstadt habe ich das erste Mal den Vorschlag
von „gestützten“ Selbsthilfegruppen für Psychiatrie-Erfahrene
ausgesprochen. Aus heutiger Sicht macht es doppelt Sinn,
diesen Vorschlag noch einmal aufzugreifen und weiterzudenken,
da inzwischen zu dem Bedürfnis auch die Möglichkeit eines
Angebotes und der Bedürfnis-Befriedigung hinzugekommen ist
– in Gestalt der Menschen, die als Betroffene von Psychosen
und/oder anderen psychischen Störungen durch das Projekt
„Ex-In = Experienced Involvement“ am UKE eine Ausbildung
bekommen, die sie in ihrer Fähigkeit unterstützt, in Versorgung
und Lehre gegen Entgelt tätig zu sein.
Ich stelle mir derzeit vor, daß es gut funktionieren
könnte, Selbsthilfegruppen für Psychiatrie-Eerfahrene durch
bezahlte „EX-IN“-ler „stützen“ zu lassen, um die Gründung
und den Bestand von Selbsthilfegruppen Psychiatrie-Erfahrener
zu fördern.
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Netzwerk
Selbsthilfe für seelische Gesundheit in Sachsen
- Landesarbeitsgemeinschaft im BPE e. V. –
SHG Psychiatrieerfahrene
c/o KISS Dresden
Ehrlichstr. 3
Ansprechpartner:
E. Dederke/K. Kundisch
Tel. 25 12 596/25 42 990
Einladung
zur 1. Jahrestagung
Termin: Samstag, den 8. September 2007
Beginn: 9.00 Uhr bis ca. 16.00 Uhr
1.Mitgliederversammlung
2.Vorstellung des Projekts: „Krisenpension und Hometreatment“
Ort: KISS Dresden, Ehrlichstr. 3, 01067 Dresden (im Elsa-Fenske-Heim,
am World-Trade-Center)
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