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Mobbing
– warum es so gefährlich ist!
Früher nannte man es Schikane; heute heißt es
Mobbing. Jedem kann es passieren.
Mobbing ist aber nicht nur eine absolut kulturelle Unsitte, oder
schlicht: schlechtes Benehmen – Mobbing kann zu starken Depressionen,
massiven psychischen Erkrankungen, Amokläufen, Selbstmord oder
zum Töten des anderen führen.
Ursache ist unser Konkurrenzdenken untereinander, der ewige Leistungsdruck
und das auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Jeder von uns hat
gelernt, um alles kämpfen zu müssen und den anderen notfalls dafür
„endgültig fertig zu machen“. Bei Mobbing ist dafür jedes Mittel
recht. Es wird schlecht über den anderen geredet, Lügen über ihn
in Umlauf gebracht, verfolgt, gedroht, erpresst, gestohlen, geraubt
und auch tätlich angegriffen. Aber natürlich nur, ohne beweisbare
Spuren zu hinterlassen.
Deshalb ist Mobbing als Straftat bis heute kaum vor Gerichten
durchzusetzen und unsere Politiker scheuen sich, ein Anti-Mobbing-Gesetz
(viele andere Gesetze könnte man dadurch übrigens abschaffen)
zu schreiben, denn schließlich lebt so manche politische Karriere
auch nur vom „Politikermobbing untereinander“.
Trotzdem ist Mobbing in einer Zivilisationsgemeinschaft
kein Naturgesetz und schon gar nicht die Lehre des Darwinismus.
Mobbing ist einfach nur eine zwischenmenschliche Schweinerei und
wird eigentlich schon in jedem Kinderzimmer als „Familienmobbing“
verboten. Zum Lernen für´s Leben und wegen dem Respekt vor anderen.
Nur wird das zu schnell vergessen und daher existiert überall
in der Praxis das „Gesellschaftsmobbing um Geld, Macht, Besitz
und ... sogar Liebe“.
Das Mobbingopfer sieht sich dabei regelmäßig
isoliert und wehrlos. Und es ist in der Tat schutzlos. Keiner
hilft. Entweder man glaubt ihm nicht, hält seine Geschichte für
Einbildung und Spinnerei, oder rät solchen Unfug wie: „Lass´ dir
doch ein härteres Fell wachsen und sei nicht so empfindlich; das
Leben ist halt grausam.“
Das führt nur dazu, dass die Gefühlswelt des Mobbingopfers durch
diese anhaltende Verletzung, gegen die man sich nicht richtig
wehren kann, selber explodiert. Denn unsere Gefühle sind wirklich
Naturgesetze und so kann es zu den scheinbar unglaublichsten „krankhaften“
Handlungen von Menschen kommen, die ursprünglich aber völlig gesund
geboren wurden!
´Viele Kränkungen machen krank´ und sie sind purer Dauerstress.
Inzwischen bevölkern viele Mobbingopfer unsere
Psychiatrien. Dort haben sie dann das Problem, dass man sie gerne
als „Schizophrene“, oder „psychotisch aus dem schizophrenen Formenkreis“,
oder als „manisch-depressiv“ etc. diagnostiziert, nur weil bei
den Krankenkassen Mobbingopfer als Diagnose noch nicht anerkannt
– und damit für den Arzt nicht geldwert abrechenbar ist. (Auch
ein rein gesetzgeberisches Problem).
Andere müssen wegen ihrer überschäumenden Wut nach seelischen
Entladungen ins Gefängnis und haben dort oft das Problem, dass
sie nicht „reueeinsichtig“ sind und deshalb keine Vollzugslockerungen
bekommen. Aber sie haben auch nicht Unrecht, denn auch dem Mobbingopfer
stehen gegenüber dem Mobbingtäter Notwehrrechte zu.
Aber von der Justiz wird all das zu oft verkannt, bzw. auch dort
fehlt das richtige Gesetz und deshalb kann sie in solchen Einzelfällen
nicht gerecht genug entscheiden.
Stattdessen gibt es deswegen zerbrochene Existenzen in Gefängnissen
genauso wie durch gesellschaftlich vermeidbare Psychiatrieaufenthalte.
Für jeden Betroffenen sind das aber „weiße Flecke in der eigenen
Lebensbiographie“, die seine persönliche Zukunft nur noch weiter
verbauen.
Dem Mobbingtäter ist das alles erst einmal reichlich egal. Für
ihn zählt vorab nur das eigene nahe liegende Ziel: der Konterfei
ist für mich endlich weg vom Fenster.
Aber das ist eine reine kurzsichtige Milchmädchenrechnung. Denn
Gefangene, oder psychisch Erkrankte wegen Mobbing sind sehr teuer
für die gesamte Gesellschaft. Von ihnen kann kaum einer mehr vernünftig
arbeiten, sondern muss vom Staat unterhalten werden.
Der Mobbingtäter selbst muss derzeit noch keinen eigenen Schadensersatz
und Schmerzensgeld zahlen. Aber wir alle als Steuerzahler und
über unsere Sozialabgaben bezahlen diese immensen und so sinnlosen
Schäden des „sozialen Mordes an unserem Mitmenschen“ mit.
Deshalb: Lasst Mobbing einfach bleiben, sucht bei Streit die schnelle
Mediationslösung miteinander, lernt wieder auch dem anderen bei
Verletzungen zu verzeihen, wozu auch die Entschuldigung gehört
und besteht nicht nur auf: Recht haben wollen. Und vor allem -
lasst uns das ewige Denunziantentum endlich ausrotten. Niemand
braucht das! Es geht auch anständig miteinander.
Und selbst wenn das ein derzeit rein moralisches
Anliegen ist – spätestens beim Geldfaktor hören doch alle wieder
hin: Mobbing ist als „Anti-Kultur-Schadensfall“ einfach zu teuer.
claudia grether
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