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 Rundbrief
Ausgabe 2/2008

Das Ende der Unheilbarkeit
Tag der Seelischen Gesundheit war ein großer Erfolg

Von Franz-Josef Wagner

Der Psychiatrieförderverein Trier veranstaltete im Rahmen des Regionalnetzes „Gesunde-Städte-Rheinland-Pfalz“ den zweiten Tag der seelischen Gesundheit in Kooperation mit der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg, den Angehörigen von psychisch erkrankten Menschen und den vielen Selbsthilfegruppen der Psychiatrie Erfahrenen der Region Trier. Unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Malu Dreyer (Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familien und Frauen – MASGFF) berichteten und präsentierten seelisch erkrankte Menschen ihre emotionale Geschichte durch das Tal der Tränen (psychische Erkrankung) und ihre Kunst anhand von Sketch und Musik. Frau Dr. Julia Kuschnereit (Abteilungsleiterin im MASGFF) wagte die Aussage: Die Region Trier ist in vielen Bereichen der Versorgung von psychisch erkrankten Menschen Vorreiter und Musterknabe. Diese Aussage hörten die politischen Ohren von Georg Bernarding (1. Bürgermeister der Stadt Trier) und Joachim Christmann (Kreisverwaltung Trier Saarburg) mit Wohlwollen.

Die emotionalen Berichte der Psychiatrie Erfahrenen Menschen wurden flankiert vom theoretischen Beitrag von Professor Dr. Josef Werle, der bis in die griechische Geschichte die Lebenskunst mit den heutigen Begriffen „Empowerment“ und „Recovery“ betrachtete. Er kam zu dem Urteil, die Begriffe Empowerment und Recovery sind „alter Wein in neuen Schläuchen“. Drei psychiatrieerfahrene Menschen berichteten danach über ihre Lebensgeschichte und der Diagnose „Unheilbar Krank“ – heute leben alle psychiatrieerfahrene ReferendInnen ein eigenständiges anderes Leben als vor der Unheilbarkeitsdiagnose. Im überfüllten „Palais Walderdorff“ entstand durch die gute Mischung von musikalischer und verbaler Kunst und Vorträge eine gelöste, emotional entspannte Atmosphäre – während der vier Stunden „ Genesung ist möglich ...“

Vor der abschließenden Podiumsdiskussion beschrieb Ulrike Schmid, von den Barmherzigen Brüdern, wie im gemeindepsychiatrischen Verbund von Professionellen die seelische, individuelle Gesundung von unheilbar kranken Menschen unterstützt werden kann. Die sehr gut besuchte Veranstaltung braucht in einer Neuauflage größere Räumlichkeiten, stellte der 1. Bürgermeister der Stadt Trier fest – das haben alle Besucher so auch empfunden!

Das seelisch erkrankte Menschen jetzt eine positive, individuelle Hoffnung für die Zukunft haben, wurde allen Beteiligten nicht nur durch die Worte der Referenten klar, sondern auch durch die konzentrierte Beteiligung der psychiatrieerfahrenen Menschen bei der ca. ein Jahr dauernden Vorbereitung.

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