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Das
Ende der Unheilbarkeit
Tag der Seelischen Gesundheit war ein großer
Erfolg
Von Franz-Josef Wagner
Der
Psychiatrieförderverein Trier veranstaltete im Rahmen des Regionalnetzes
„Gesunde-Städte-Rheinland-Pfalz“ den zweiten Tag der seelischen
Gesundheit in Kooperation mit der Stadt Trier und dem Landkreis
Trier-Saarburg, den Angehörigen von psychisch erkrankten Menschen
und den vielen Selbsthilfegruppen der Psychiatrie Erfahrenen der
Region Trier. Unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin
Malu Dreyer (Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familien
und Frauen – MASGFF) berichteten und präsentierten seelisch erkrankte
Menschen ihre emotionale Geschichte durch das Tal der Tränen (psychische
Erkrankung) und ihre Kunst anhand von Sketch und Musik. Frau Dr.
Julia Kuschnereit (Abteilungsleiterin im MASGFF) wagte die Aussage:
Die Region Trier ist in vielen Bereichen der Versorgung von psychisch
erkrankten Menschen Vorreiter und Musterknabe. Diese Aussage hörten
die politischen Ohren von Georg Bernarding (1. Bürgermeister der
Stadt Trier) und Joachim Christmann (Kreisverwaltung Trier Saarburg)
mit Wohlwollen.
Die emotionalen Berichte der Psychiatrie Erfahrenen
Menschen wurden flankiert vom theoretischen Beitrag von Professor
Dr. Josef Werle, der bis in die griechische Geschichte die Lebenskunst
mit den heutigen Begriffen „Empowerment“ und „Recovery“ betrachtete.
Er kam zu dem Urteil, die Begriffe Empowerment und Recovery sind
„alter Wein in neuen Schläuchen“. Drei psychiatrieerfahrene Menschen
berichteten danach über ihre Lebensgeschichte und der Diagnose
„Unheilbar Krank“ – heute leben alle psychiatrieerfahrene ReferendInnen
ein eigenständiges anderes Leben als vor der Unheilbarkeitsdiagnose.
Im überfüllten „Palais Walderdorff“ entstand durch die gute Mischung
von musikalischer und verbaler Kunst und Vorträge eine gelöste,
emotional entspannte Atmosphäre – während der vier Stunden „ Genesung
ist möglich ...“
Vor der abschließenden Podiumsdiskussion beschrieb
Ulrike Schmid, von den Barmherzigen Brüdern, wie im gemeindepsychiatrischen
Verbund von Professionellen die seelische, individuelle Gesundung
von unheilbar kranken Menschen unterstützt werden kann. Die sehr
gut besuchte Veranstaltung braucht in einer Neuauflage größere
Räumlichkeiten, stellte der 1. Bürgermeister der Stadt Trier fest
– das haben alle Besucher so auch empfunden!
Das seelisch erkrankte Menschen jetzt eine positive,
individuelle Hoffnung für die Zukunft haben, wurde allen Beteiligten
nicht nur durch die Worte der Referenten klar, sondern auch durch
die konzentrierte Beteiligung der psychiatrieerfahrenen Menschen
bei der ca. ein Jahr dauernden Vorbereitung.
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