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 Rundbrief
Ausgabe 2/2008

Bericht aus Fulda Von
JURAND DASZKOWSKI

Am 22 und am 23 Februar 2008 fand in Fulda ein Abschlussworkshop der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) unter dem Motto „Wehrt euch - beschwert euch“ in Zusammenarbeit mit dem BPE, dem Bundesverband Angehöriger psychisch Kranker (BApK) und Dachverband Gemeindepsychiatrie.

Die Veranstaltung begann mit Begrüßung durch den Vorstand der DGSP und Grußworte der Vertreter der Partnerverbände.

Danach folgten 2 Vorträge-von Jürgen Bombosch - Diakonisches Werk - über unabhängige Beschwerdestellen als wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements in der Sozialpsychiatrie und von Matthias Rosemann, Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde über unabhängige Beschwerdestellen als Bestandteil dieser Verbünde.

Diese Vorträge haben meiner Meinung nach gezeigt, dass trotz der Bemühungen, die unabhängigen Beschwerdestellen fest in der psychiatrischen Landschaft zu verankern, wir uns noch im Beschwerdewesenbereich am Anfang des Weges befinden.

Nach der Kaffeepause haben sich die Workshopteilnehmer in einzelne Arbeitsgruppen eingeteilt. Ich habe die Gruppe 5 „-Was bringen Kooperationen für Beschwerdestellen“ moderiert.

In der kleiner Gruppe (außer mir noch 3 Teilnehmer/innen, die alle beabsichtigten an ihrem Wohnort eine unabhängige Beschwerdestelle mitzugründen) gab es einen lebhaften Austausch und Diskussion.

Es wurde dabei klar und deutlich, dass die UB-s nicht nur in der Gründungsphase Kooperationspartner brauchen.

Es wurden auch eventuelle neue Kooperationspartner vorgeschlagen beispielsweise Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen, ARGE, Sozial- und Grundsicherungsämter.

Am nächsten Tag nach den Grußworten der Patientenbeauftragten der Regierung Frau Helga Kuhn-Mengel (war persönlich nicht anwesend) und Psychiatriereferentin des Landes Hessen Frau Nöcker haben sich die Workshopteilnehmer wieder zwei Vorträge angehört und kurz über denn Inhalt diskutiert.

Bei dem ersten Vortrag wurde von Frau Astrid Burkhard- Unabhängige Patientenberatung Deutschland /UPD vorgestellt- die als Zusammenschluss von Sozialverband VDK e.V, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. und Verbund unabhängige Patientenberatung e.V. Basisberatung im medizinischen, juristischen und sozialen Bereich durch qualifizierte hauptamtliche Mitarbeiter/innen anbietet.

Die UPD ist zur Zeit nicht für psychiatrischen Bereich spezialisiert, möchte aber Psychiatrie zum späteren Zeitpunkt mit einschließen und es gibt Überlegungen, das ehrenamtliche Mitarbeiter der unabhängigen Beschwerdestellen die Mitarbeiter der UPD im psychiatrischen und psychosozialen Bereich fortbilden (gegen Bezahlung).

Die UPD wurde von einigen Workshopteilnehmer eher kritisch betrachtet, als Institution , die im Unterschied zu UB-s viel finanzielle Unterstützung bekommt und dafür nur begrenzte , in manchen Fällen nicht ausreichende Basisberatung anbietet.

Diese kritischen Anmerkungen über UPD wurden für mich auch hörbar bei dem nächsten Referat vom Christoph Kranich über Kooperation der Verbraucherzentrale mit unabhängigen Beschwerdestellen. Herr Kranich; Leiter der Gesundheitsabteilung der Hamburger Verbraucherzentrale hat in seinem sehr interessanten und lebhaften Vortrag über Kooperation der Verbraucherzentrale mit der unabhängigen Beschwerdestelle in Hamburg besonders in der UB-Gründungszeit.

Es wurde bei seiner Ausführung auch deutlich , dass die Basisberatung besonders bei Menschen, die sozial- und bildungsbenachteiligt sind und möglicherweise noch Verständigungsprobleme haben überhaupt nicht ausreicht, sondern dass weitergehende Hilfen, wie z.B. Beschwerdebearbeit, und Unterstützung bei juristischen Auseinandersetzungen notwendig sind.

Nach der Kaffeepause wurde an verschiedenen Tischen im Rahmen von World-Cafe (Welt-Cafe) über die schon vorher gestellten Forderungen zur Förderung unabhängiger Beschwerdestellen in der Psychiatrie lebhaft diskutiert.

An einzelnen Tischen haben die Gastgeber (ich war auch einer) mehreren Gruppen einzelne Forderungen erläutert.

Ich habe die meine eigene Forderung erklärt; in der um die Gleichstellung der ehrenamtlichen Mitarbeiter der unabhängiger Beschwerdestellen mit offiziellen Patientenvertretern in Gremien des Gemeinsamen Bundesausschusses ging (Aufwandsentschädigung, Reisekostenerstattung, bezahlte Fortbildung, Verdienstausfall).

Die Mehrheit der Cafeteilnehmer war dafür, einige fanden das zu wenig und haben bezahlte Stellen vergleichbar mit Sozialarbeitertätigkeit gefordert.

Nach dem World-Cafe wurden die einzelnen, schon durchdiskutierten und eventuell leicht veränderten Forderungen noch mal im Plenum vorgestellt und abgestimmt.

Alle früher gestellten Forderungen wurden befürwortet (sie sollen später an die psychiatriepoltische Gremien weitergeleitet werden) außer einem Teil der Forderung 4, in dem vorgeschlagen wurde, dass unabhängige Beschwerdestellen mit rechtlichen Befugnissen und Sanktionsmöglichkeiten versehen werden. Ich habe das auch für die unabhängigen Beaschwerdestellen in jetziger Form als ehrenamtliches Gremium als völlig unrealistisch gehalten: .

Als Abschluss hat Ruth Fricke BPE-Vorstandsmitglied und Mitbegründerin und aktive Mitarbeiterin der Herforder unabhängigen Beschwerdestelle im Jahre 2009 mit ihrer Beschwerdestelle einen Fortbildungsworkshop zu organisieren und Räume dafür zur Verfügung zu stellen.

Am Ende haben sich die Workshopteilnehmer bei Frau Uebele - Leiterin des Projektes „ Förderstelle der Beschwerdestellen in Deutschland“-, deren Arbeitsstelle zum 30.4 2008 ausläuft, für ihre bisherige Arbeit bedankt.

Ich finde auch, dass Frau Uebele, obwohl sie vorher nicht im Beschwerdewesen tätig war, sich schnell in diese Materie eingearbeitet hat als Projektleiterin und hat gute ARBEIT GELEISTET UND EINIGE GUTE IDEEN MIT HILFE DES BEIRATS,WIE Z.B. BROSCHÜRENRATGEBER REALISIERT HAT.

INSGESAMT FAND ICH DIE TAGUNG GUT UND INHALTSREICH, SIE HAT ABER AUCH GRENZEN UND PROBLEME MIT WELCHEN DIE BESCHWERDESTELLEN KÄMPFEN MÜSSEN, GEZEIGT.

WIR HOFFEN AUCH, DASS WIR DURCH UNSER GEMEINSAMES ENGAGEMENT AUF DER BUNDESEBENE SCHAFFEN ZU KÖNNEN, DASS BALD EIN NETZWERK DER UNABHÄNGIGEN BESCHWERDESTELLEN ENTSTEHT UND DADURCH AUCH BEFUGNISSE UND KOMPETENZEN EINZELNEN BESCHWERDESTELLEN GESTÄRKT WERDEN KÖNNEN.

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