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Der
Aktionskreis »T4 Opfer nicht vergessen« lädt ein zur
zweiten zentralen Gedenkveranstaltung für die Opfer der
Erbgesundheitsgesetze der NS-Zeit am 06.09.2008 in Berlin.
Auf Initiative des Bundesverbandes Psychiatrie – Erfahrener
(BPE e.V.) haben sich die aufgeführten Verbände und Organisationen
zusammengeschlossen, um jeweils am ersten Samstag im September
den Opfern der Zwangssterilisation und »Euthanasie« zu
gedenken.
Am Ort der damaligen zur »Reichskanzlei«
in Berlin gehörenden Dienststelle in der Tiergartenstraße
4, die im Juli 1939 eingerichtet wurde und die planmäßige
Tötung von kranken und behinderten Menschen organisierte,
befindet sich eine Bronzeplatte, die an diese Opfer erinnert.
Mit der jährlich stattfindenden Veranstaltung
wollen die Organisationen die Erinnerung an die unsägliche
Einteilung menschlichen Lebens in lebenswertes und lebensunwertes
Leben wach halten. Sie wollen immer wieder darauf aufmerksam
machen, dass der Mensch von Geburt an Würde besitzt, unabhängig
von Leistung, Gesundheit oder Behinderung. Immer wieder
gilt es, auf moderne Formen von Ausgrenzung und mit Sachzwängen
legitimierte Unterscheidungen von vermeintlich wertvolleren
und weniger wertvollen Menschen hinzuweisen, die auch
in den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vorzufinden
sind.
In der Veranstaltung am 06.09.2008 soll
die Forderung nach Gleichstellung der Opfer von »Euthanasie«
und Zwangssterilisation mit den anderen Opfergruppen des
NS-Regimes aus verschiedenen Blickwinkeln thematisiert
werden. Der Schwerpunkt soll dabei auf die Opferentschädigung
gelegt werden.
Zudem soll die Vermutung betrachtet werden,
inwieweit in der NS-Zeit geprägte stigmatisierende Denkmuster,
Begriffe und Einstellungen gegenüber kranken und behinderten
Menschen heute im gesellschaftlichen Denken und auch in
den Medien zumindest implizit und versteckt weiter wirken.
Die Initiative der »T 4 Opfer nicht vergessen« will einen
Beitrag dazu leisten, eine Kultur der Erinnerung für die
Gegenwart auszubauen und sorgfältig zu pflegen. Dies gilt
auch für das Mahnmal. Nur eine kleine in den Boden eingelassene
Gedenkplatte erinnert an die Opfer.
Auf Initiative der Stiftungen des Holocaust-Mahnmals
und Topographie des Terrors, wurde das mobile Denkmal
der »grauen Busse« im Januar 2008 zeitlich befristet in
der Tiergartenstraße 4 aufgestellt und wird zur Gedenkveranstaltung
noch vor Ort zu sehen sein.
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